Unter keinem guten Stern

13. August 2001, 14:15
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"Strukturfestlegungen" bei der Vorarlberger Kulturhäuser-Gesellschaft KUGES - Landesrat und Geschäftführer beim "sehr tiefen (Zukunfts-)Gespräch"

Bregenz - Offen bleibt vorerst die zukünftige Führung der Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft (KUGES) nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Montag in Bregenz. KUGES-Geschäftsführer Robert Manger hatte schriftlich angeboten, seine Funktion zurückzulegen. Dies wird vorläufig ausbleiben: Der Aufsichtsrat hat Landesrat Hans-Peter Bischof beauftragt, ein "sehr tiefes Gespräch", so Bischof mit Manger zu führen. Manger habe eingewilligt.

KUGES ist eine umstrittene Konstruktion

In der KUGES sind die kaufmännischen Belange verschiedener Kulturträger, darunter das Kunsthaus Bregenz, das Theaters am Kornmarkt und das Vorarlberger Landesmuseums, zusammengefasst. Diese immer wieder umstrittene Konstruktion des Kulturlandesrates Bischof besteht seit 1997 und geriet seit ihrer Gründung immer wieder ins mediale und öffentliche Sperrfeuer. Erst vor wenigen Tagen gab es neuerlich Medienschelte, als ein Loch von über 3 Millionen Schilling für das vergangene Jahr beim Vorarlberger Landestheater bekannt wurde.

Ausgebliebene Synergieeffekte

Ziel und der Zweck der Gründung von KUGES war es, "in den einzelnen Häusern Synergieeffekte in Organisation und Verwaltung zu erreichen", wie es Bischof im Oktober 1997 als damaliger Landesstatthalter formuliert hatte. Diese Synergieeffekte wurden nur zum Teil erreicht. Zahlreiche namhafte Kulturschaffende, vor allem aber die regionalen Medien und die Opposition, hegten immer wieder Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Konstruktion. Bestätigt sahen sie sich, als 1999 die Landesausstellung "900 Jahre Zukunft" finanziell aus den Fugen geriet.

Bischof: bin nicht für jeden organisatorischen "Pfusch" verantwortlich

Er sei nicht bereit, die politische Verantwortung für jeden organisatorischen "Pfusch" zu übernehmen, sagte Bischof darauf im März 2000 und kündigte gleichzeitig die vom Landesrechnungshof empfohlene Reorganisation der Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft an. Der 51-jährige Robert Manger ging nach einem Hearing 1997 als ihr erster Geschäftsführer hervor. Das Verhältnis zwischen ihm und Bischof, der auch Vorsitzender des KUGES-Aufsichtsrates ist, darf durchaus als gespannt bezeichnet werden.

Kompetenzverteilung

So räumte Bischof unmittelbar nach der Aufsichtsratssitzung ein, dass es grundlegende Auffassungsunterschiede über die Verteilung der kaufmännischen Kompetenzen innerhalb der KUGES-Konstruktion zwischen ihm, dem Aufsichtsrat und Manger gebe. Bischof erhofft sich von dem Gespräch mit Manger klärende "Strukturfestlegungen". (APA)

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