Amnestie-Dekret für albanische Rebellen vor Unterzeichnung

13. August 2001, 16:17
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Präsident Trajkovski legt Basis zur Entwaffnung der UCK - Solana spricht von "historischem Tag"

Pristina/Skopje - Als Voraussetzung für die Umsetzung eines Friedensabkommen der slawischen und albanischen Parteien in Mazedonien wird Staatspräsident Boris Trajkovski am Montagnachmittag ein Amnestiedekret für die albanischen UCK-Rebellen unterzeichnen. Trajkovski soll dabei erstmals am Telefon kurz mit dem politischen Führer der UCK, Ali Ahmeti, reden, sagten hochrangige albanische Quellen am Montag in der Kosovo-Hauptstadt Pristina. Sobald Trajkovski den Amnestie-Erlass unterzeichnet habe, werde Ahmeti den Befehl zur Entwaffnung seiner Truppen unterschreiben, heißt es von albanischer Seite.

Die Entwaffnung und Auflösung der UCK-Einheiten soll etappenweise innerhalb von 45 Tagen beendet werden. Die Entwaffnung soll von der NATO durchgeführt werden und geht parallel mit der ersten Phase der Verfassungsänderungen, die den Albanern mehr Rechte zugestehen sollen, sagten diese Quellen.

Solana: "Historischer Tag" für Mazedonien

NATO-Generalsekretär George Robertson, der Hohe Repräsentant für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU, Javier Solana, der amtierende OSZE-Vorsitzende und rumänische Außenminister Mircea Geoana und Belgiens Außenminister Louis Michel als derzeitiger EU-Ratspräsident sind am Montag in der mazedonischen Hauptstadt Skopje eingetroffen, um der Unterzeichnung eines Friedensdertrages durch die slawischen und albanischen Parteien beizuwohnen.

Solana sagte nach seiner Ankunft, dies sei ein "großer historischer Tag". Auch Lord Robertson bezeichnete das vereinbarte Abkommen als "historisch", warnte aber, dass noch viel zu tun sei. Es gehe jetzt vorrangig darum, den Waffenstillstand dauerhaft zu machen. Trotzdem sei dies ein "stolzer" Tag für alle Bürger Mazedoniens, sagte Robertson.

NATO-Vorhut bereits eingetroffen

Am Dienstag sollen Vertreter der NATO, der mazedonischen Regierung und der UCK-Rebellen getrennt das Inkrafttreten der Amnestie und der Entwaffnung verkünden, hieß es in NATO-Kreisen in Skopje. Der NATO-Rat könnte dann am Mittwoch über die Entsendung der geplanten 3500 Soldaten für die Entwaffnung der UCK entscheiden. Die NATO-Vorhut ist bereits im mazedonischen Lager Krivolak eingetroffen. (APA/dpa)

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