Chef der Kärntner Straßenbauabteilung fordert Maßnahmen

13. August 2001, 12:28
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"Tunnel-Euphorie" einmal überdenken

Klagenfurt - Für ein Überdenken der seit Jahrzehnten herrschenden "Tunnel-Euphorie" hat sich am Montag der Chef der Straßenbauabteilung beim Amt der Kärntner Landesregierung, Erich Ribitsch, ausgesprochen. Tunnels würden nämlich nicht nur Vorteile (keine Eingriffe in die Natur, kein Lärm, usw.), sondern auch Nachteile bringen. Dies seien vor allem die Unsicherheit bzw. Phobie vieler Verkehrsteilnehmer sowie hohe Investitions- und Erhaltungskosten, stellte Ribitsch angesichts des Busunglücks beim Reigersdorftunnel zwischen Klagenfurt und Grafenstein fest.

90 Prozent Fehlleistungen der Verkehrsteilnehmer

Von der Ursachenforschung her ist laut Ribitsch belegt, dass über 90 Prozent der Unfälle durch Fehlleistungen der Verkehrsteilnehmer bedingt seien. Daher hätten Sofortmaßnahmen wie verstärkte Verkehrsüberwachung und Schulung erste Priorität. In zweiter Linie könnten laut Ribitsch bauliche Maßnahmen wie der Beginn des Ausbaus der zweiten Tunnelröhren zu einer Verbesserung beitragen. Auch die optische Führung auf der Straße - verbesserte Markierung im Tunneleinfahrtsbereich sowohl der Randstreifen als auch der Mittelmarkierung und Richtungspfeile je Fahrstreifen - sollte verstärkt werden.

Weiters verlangte Kärntens oberster Straßenbauer, dass im Bereich der Standspur der Tunnelportale mit schrägen Frässtreifen ein Rumpeleffekt (Geräuschkulisse) für den Autofahrer erzeugt werden müsse, um das Aufmerksamkeitsniveau zu erhöhen bzw. eventuellen Sekundenschlaf zu verhindern. Schließlich müsste die Leuchtdichte den vorgegebenen Richtlinien entsprechen: je mehr Verkehr, desto mehr Licht. (APA)

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