Glatt wie ein Babypo

13. August 2001, 12:49
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Trotz des vergleichsweise hohen Anschaffungspreises und des nicht zu leugnenden Schmerzfaktors schnitten die elektrischen Depiliergeräte in unserem Test am besten ab, weil keine andere Methode eine so lang anhaltende Wirkung erzielen konnte und die Haare immer spärlicher nachwachsen. Ein Aussenseiter, die Rubbelscheibe Epilette, bewirkte die mit minimalem Aufwand eine erstaunlich dauerhafte Haarentfernung und kann daher als zweitbeste Methode empfohlen werden. Depiliercremes, die sanfteste mechanische Proze dur, landeten wegen mangelnder Nachhaltigkeit der Behandlung im Mittelfeld, gefolgt von den Kaltwachsstreifen, die sich zwar als dauer-, aber auch deutlich schmerzhafter erwiesen. Die Schlusslichter unseres Tests bildeten die Warmwachspräparate, die ihre Patzerei weder auf sensorischer, noch auf finanzieller Seite wett machen konnten.

Braun Silk-épil Super Soft (öS 1399,-)
Ein leichtes, handliches Gerät mit drei Geschwindigkeitsstufen, das die Haare mit rotierenden Pinzettenrädchen auszupft, wobei Tempo und Schmerz in direkt proportionalem Verhältnis zu einander stehen. Ein Kühlhandschuh soll die Haut weniger empfindlich machen - uns war diese Vorbehandlung allerdings zu zeitaufwendig, zumal der Schmerz auch so auszuhalten war. Wer sich die Zeit nimmt, mehrfach kreuz und quer über die Haut zu fahren, kann mit einem tadellosen Resultat rechnen, das mindestens drei Wochen anhäl t. Positiv: mitgelieferter Ladyshave-Aufsatz für längere Haare (d.h. Rasier- und Depiliergerät in einem); Aufsätze leicht auswechselbar; intelligente Kabel-Stecker-Lösung; handliches Transporttäschchen. Negativ: zu klobiger Kühlhandschuh; warum nicht auch mit Akku erhältlich? Note: 1,6

Philips Satin-ice (öS 1375,-)
Auf das zweistufige Netz-Gerät wird ein im Tiefkühlfach vorgefrorener "Skin Cooler" gesteckt, der die Haut unmittelbar vor dem Zupfen vereist und so den Schmerz reduziert. (Unser Macho sprach von der "südchinesischen Kitzelfolter".) Um gründliche Enthaarung zu erreichen, muss das Gerät mehrmals hin-und herbewegt werden. Obwohl die Haut aller Tester - auch beim Konkurrenzprodukt - nach dem Zupfen spürbar irritiert war, trat so gut wie keine Rötung auf. Der erste zarte Nachwuchs zeigte sich nach zweieinhalb Wochen, bei unserem Mannsbild sogar erst nach knapp fünf (!) Wochen. Positiv: mitgelieferter Ladyshave-Aufsatz; sehr langes Kabel. Negativ: zu voluminöses Transportköfferchen; warum nicht auch mit Akku erhältlich? Note: 1,7

Epilette (mit fünf Nachfüllscheiben öS 59,90,-)
Die rosa Hartplastikscheibe, an deren Unterseite eine sandpapierartige Scheibe klebt, wird mittels einer Lasche an der Handfläche befestigt - und los geht die Schmirgelei. Erstaunlicherweise tut diese Behandlung weder weh, noch reizt sie die Haut merklich, und das durchaus gründliche Ergebnis hielt bei unseren Testpersonen durchschnittlich fünf Tage lang an. Positiv: einfachste Handhabung; schnell durchgeführt; ideal auf Reisen. Negativ: Hartplastik könnte weichere Kanten haben. Note: 1,9

Veet Enthaarungscreme (150 ml öS 54,90,-)
Ein erstes Schnuppern an der Tube schien den "Blütenduft" zu bestätigen, allein - nach kurzer Zeit entwickelte auch dieses Präparat den typischen Enthaarungscreme-Geruch, der aber nicht von allen Testpersonen als störend empfunden wurde. Die Ursache des Odeurs liegt in den Chemikalien, auf deren Wirkung alle Depilier-Cremes und -Schäume basieren: Diese Stoffe machen die Strukturen des Haares brüchig, so dass es an der Stelle, an der es aus der Haut austritt, abbricht. Dieses Prinzip hat zur Folge, dass ziemlich bald Nachwuchs zu spüren ist. Dafür tut die Prozedur nicht weh und hinterlässt auch keine geröteten Flecken auf den Beinen. Positiv: intelligent designter Spatel zum Auftragen und Abschaben der Creme. Negativ: Die richtige Dosierung der Creme ist Übungssache - zuviel geht ins Geld, zuwenig lässt Härchen stehen. Note: 2,0

Depilan Enthaarungscreme (100 ml öS 39,90,-) und X-Epil Enthaarungscreme (100 ml öS 49,90,-)
Diese beiden Cremes rangieren ex aequo, weil sie sich kaum von einander unterscheiden. Der Preisvorteil der einen wird durch das etwas kompliziertere Auftragen der anderen Creme (auf nasse Haut) wett gemacht. Depilan riecht anfangs "nach gar nichts", X-Epil "wie eine Handcreme". Im Vergleich zu Veet berichteten die Testpersonen von einem noch rascheren Nachwuchs. Note: 2,1

Balea Enthaarungscreme (100 ml öS 24,50,-)
So bestechend der Preis, so stechend ist leider der Ammoniak-Geruch dieser Creme, die - sonst vergleichbar - aus diesem Grund hinter ihren Konkurrentinnen gereiht wurde. Note: 2,3

Veet Kaltwachs (10 Doppelstreifen öS 99,90,-)
Zwei Wachs beschichte Streifen eines Kunststoffvlieses werden durch Rubbeln zwischen den Handflächen erwärmt, von einander gelöst, aufs Bein geklebt und mit einem Ruck wieder abgerissen. Diese Methode ist zwar relativ schmerzhaft, erwischt aber 99 Prozent aller Haare und sorgt für mehrwöchige Glätte. Genereller Nachteil von Kaltwachs: Die Haare müssen mehrere Millimeter lang sein. Tipp: Partien nach einander behandeln, sonst bleiben Zwischenräume! Positiv: keine Aufwärm-/Wartezeiten; platzsparend. Negativ: In Knöchelgegend liegt der Streifen nicht so gut auf; die (wenigen) Wachsreste lassen sich nicht leicht entfernen; relativ teuer (eine Packung reicht für zwei normale Beine). Note: 2,6

X-Epil Kaltwachs (8 Doppelstreifen öS 79,90,-)
Bei diesem Produkt bestehen die Streifen aus Plastik, das sich nicht so gut auseinander reissen lässt, und einem ziemlich klebrigen Wachs. Sonstige Handhabung und Resultat wie oben. Positiv: Die mitgelieferten Pflegetücher lösen Wachsreste gut von der Haut. Negativ: relativ teuer. Note: 2,7

Depilan Kaltwachs (6 Doppelstreifen öS 59,90,-): Im Vergleich zu ihren Vorgängern nehmen diese Kaltwachsstreifen weniger Haare mit und hinterlassen teilweise Stoppeln. Eine Testerin berichtete von "Brennen im Abgang". Positiv: einfache Handhabung. Negativ: relativ teuer. Note: 2,9

Veet Warmwachs Roll-on Aquasystem (100 ml öS 129,90,-)
Zugegeben: Bei diesem Roll-on geht das Erwärmen schnell (3 Minuten) und einfach (heißes Leitungswasser statt Herd oder Mikrowelle). Leider ist es unvermeidlich, sich das heiße Wasser im äußeren Behälter beim Wachsen über die Beine zu spritzen. Dafür lässt sich das richtig temperierte Wachs leicht und dünn auftragen, und die Wirkung hält je nach Haarwuchs zwischen zwei und vier Wochen an. Der Haken an diesem Produkt ist, dass die Haare mindestens fünf (!) Millimeter lang sein müssen, um auf den Streifen kleb en zu bleiben. Theoretisch sind die Streifen bis zu drei Mal verwendbar, tatsächlich nehmen sie beim dritten Durchgang kaum noch etwas mit. Positiv: Schmerz hält sich in Grenzen (weniger als bei Kaltwachs). Negativ: Rollkopf muss nach jeder Behandlung gereinigt werden. Note: 3,0

Depilan Warmwachs Roll-on (75 ml öS 79,90,-)
Ein Beispiel dafür, dass es trotz Temperaturanzeigefeld (kalt-okay-heiß) fast unmöglich ist, die richtige Wachswärme zu treffen. Ist's zu heiß, verbrennt man sich, wer es etwas abkühlen lässt, erlebt beim Auftragen schmerzhafte Überraschungen. Keiner unserer Testpersonen gelang es, einen dünnen, regelmäßigen Wachsfilm auf ihr bzw. sein Wadel zu applizieren, dementsprechend wenig gründlich fiel das Ergebnis aus. Immerhin: Was weg war, blieb weg, und zwar für durchschnittlich drei Wochen. Positiv: Wachsreste lassen sich leicht mit Wasser abwaschen. Negativ: Das mitgelieferte Feuchtigkeits-Pflegegel ist winzig - dann lieber gleich gar keins! Note: 3,2

Veet Warmwachs Green Tea (250 ml öS 99,90,-)
Wer sich - nicht zuletzt wegen des günstigen Preises - für dieses Produkt entscheidet, sollte die Enthaarungsprozedur zu zweit in Angriff nehmen: Das klebrige Wachs etwa auf der Rückseite der Waden aufzutragen, endet unvermeidlich in einer Patzerei. Ausserdem: Kennen Sie die Watt-Stärke Ihrer Mikrowelle? Wenn nicht, dürfen Sie raten, wie lang das Wachs zum Erwärmen braucht. Positiv: Ein kleiner Spatel zeigt die richtige Temperatur des Wachses an; tatsächlich Duft nach grünem Tee. Negativ: Der "hauchdünne Wachsfilm" ist nur in der Theorie (oder vielleicht mit jahrelanger Übung) zu erreichen. Note: 3,2

*) Jeder Artikel spiegelt die ganz persönlichen Erfahrungen der Autorinnen wider.

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