"Kunst ist frei - die KünstlerInnen gefangen?!"

13. August 2001, 16:46
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ÖH bekundet Solidarität mit "VolxTheaterKarawane"

Wien - Unter dem Motto "Die Kunst muss frei sein, die VolxTheaterKarawane auch", bekundete am Montag die österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ihre Solidarität mit den im Zuge der G-8-Proteste in Genua verhafteten 25 Mitglieder der VolxTheaterKarawane, von denen 16 österreichische Staatsbürger sind. Aus Anlass des heutigen Haftprüfungsverfahrens forderten ÖH-Mitglieder in einer aktionistischen Kundgebung im Hof des alten AKH in Wien die Freilassung aller in Italien inhaftierten Mitglieder der Theatergruppe.

Vor einem Institutsgebäude wurden auf Schnüren Plakate mit der Aufschrift "Kunst ist frei - die KünstlerInnen gefangen?!" und Zeitungsartikel zum Thema befestigt. "Die Schnüre sollen den friedlichen Gebrauch von Waffen symbolisieren", erklärte dazu Susanne Puchberger vom Referat für Gesellschaftskritik der ÖH unter Verweis darauf, dass bei den verhafteten Künstlern gefundene Schnüre von der italienischen Exekutive als Waffen eingestuft worden seien. Ein in einem Maschendrahtzaun "eingesperrter", schwarz bekleideter, Aktionskünstler sollte zusätzlich die Kriminalisierung von friedlichen Künstlern symbolisieren.

Kritik an österreichischen Bundesregierung

"Wir hoffen auf die Freilassung aller 25 Mitglieder der VolxTheaterKarawane", erklärte Puchberger, warf aber auch die Frage nach dem Heimtransport im Falle einer Freilassung auf. Noch sei völlig unklar, wie die jetzt Inhaftierten zurück nach Österreich kämen, bzw. ob die nicht österreichischen Staatsbürger abgeschoben würden. Gleichzeitig übte Puchberger Kritik an der österreichischen Bundesregierung, der sie Ignoranz vorwarf. Anstelle einer sofortigen Intervention sei durch Weitergabe von Daten noch zur Kriminalisierung beigetragen worden.

Die ÖH-Mitglieder machten im Zuge dieser Aktion auch Passanten auf die Problematik der in Italien inhaftieren Künstler aufmerksam und versuchten durch den als "Soli-Waffen-Verkauf" bezeichneten Verkauf von schwarzen T-Shirts Geld für die VolxTheaterKarawane zu sammeln. (APA)

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