80 Jahre Burgenland

13. August 2001, 10:34
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Eisenstadt - 1921 wurde das ehemalige Deutschwestungarn ein Teil der Republik Österreich. Nach 80 Jahren wechselvoller Geschichte - in der Nazi-Zeit wurde der Name "Burgenland" für sieben Jahre von der Landkarte gelöscht - präsentiert sich das frühere Armenhaus der Alpenrepublik als vitaler Jubilar. Begünstigt vom Fall des Eisernen Vorhangs und Milliarden schwerer Unterstützung durch die EU hat das Burgenland mittlerweile auf- und so manches Bundesland in Teilbereichen auch überholt.

Die Geburtsurkunde für das östlichste Bundesland Österreichs wurde in Frankreich ausgestellt. Mit dem Friedensvertrag von St. Germain-en-Laye vom 10. September 1919 wurden Österreich die westlichen Teile der ungarischen Komitate Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg zugesprochen. Die deutschsprachige Bevölkerung dieses Landstrichs hatte in unterschiedlichsten Aktivitäten ihren Willen zur Angliederung an Österreich bekundet.

Eine Episode auf diesem Weg war die Ausrufung einer eigenen "Republik Heinzenland" am 6. Dezember 1918 in Mattersburg. Der Versuch wurde durch einen ungarischen Gegenschlag schon im Keim erstickt, der Anschlusswille weiter Kreise der Bevölkerung ließ sich aber nicht mehr brechen.

Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages von St. Germain begann erst der eigentliche Kampf um das spätere Burgenland. Ungarn, das am 4. Juni 1920 den Friedensvertrag von Trianon unterzeichnete, wollte den Gebietsverlust nicht ohne weiteres hinnehmen. Erst am 17. Juli 1921 wurde der Friedensvertag von Ungarn ratifiziert, die Übergabe des Burgenlandes für 28. August 1921 festgesetzt.

Als österreichische Gendarmerie und Zollwache ins Burgenland einrückten, stießen sie auf den bewaffneten Widerstand ungarischer Freischärler. Die Österreicher wurden zum Rückzug gezwungen. Am 5. September kam es sogar auf niederösterreichischem Gebiet - bei Kirchschlag - zu einem Gefecht, mit Toten und Verletzten.

In dieser schwierigen Situation bot sich Italien als Vermittler an. Und tatsächlich: Im "Venediger Protokoll" vom 13. Oktober 1921 verpflichtete sich Ungarn zur endgültigen Abtretung des Burgenlandes, wogegen Österreich einer Volksabstimmung in Ödenburg und acht benachbarten Landgemeinden zustimmte.

Im November begann dann die neuerliche Besetzung des Burgenlandes durch Österreich. Die Abstimmung um Ödenburg fand Mitte Dezember statt. Unter äußerst fragwürdigen Umständen sprachen sich 65 Prozent für den Verbleib Ödenburgs bei Ungarn aus. Ein herber Verlust für das kaum geborene Burgenland, das damit seine eigentliche Metropole einbüßte. Die Entscheidung über eine neue Landeshauptstadt zog sich über Jahre hin; letztlich machte das kleine Eisenstadt das Rennen.

In der Nazi-Zeit verlor das Burgenland seine Selbständigkeit wieder. Das Land wurde auf die Gaue Steiermark und Niederdonau aufgeteilt. Und sollte auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges und des Tausendjährigen Reiches aufgeteilt bleiben, zumindest nach den Vorstellungen der Provisorischen Staatsregierung. Burgenländische Politiker aus ÖVP, SPÖ und KPÖ kämpften zäh um ein eigenständiges Bundesland und setzten sich durch; Mit 1. Oktober 1945 wurde das Burgenland formal wieder errichtet. (APA)

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