Vom Nullmedium zum Nullpunkt (?)

13. August 2001, 14:52
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Start der Kolumne rund ums Fernsehen

~~~~~ACHTUNG~~~~~~
AB HIER DREHT SICH ALLES UMS FERNSEHEN!
Nennen wir es Monstrum, nennen wir einen Teil von uns Monstrum. Und streiten wir ab, dass es ein Teil von uns ist, sind wir schief gewickelt. Denn der "Hauptirrtum bei der Betrachtung von Medien ist die narzistische Sichtweise, die Medien als etwas von den BetrachterInnen grundsätzlich unterschiedliches sieht." Auch wenn wir dabei berücksichtigen, dass ES politische Immanenzen und Ansprüche der Kapitalgesellschaften aufweist, stetig, kontrolliert und zeilstrebig. Wenn es grundsätzlich keinen Standpunkt außerhalb der Medien geben kann, so gilt das besonders fürs Fernsehen.

Blicken wir zurück. Ihm direkt ins babyface:

  • Ideation Photographie: Phantastische Zeichen- und Malautomaten seit dem späten MA; Film z.B. Bewegung im Bild: seit der Höhlenmalerei (Zglinicki); Fernsehen: Bildübertragung, Bildtelegraphie im Barock, z.B. Kircher; sicher im 19. Jhdt: Photographie und Telegraphie. Anekdote. Orientierung am Theater, am Film, aber durchaus auch am Radio, am Buch in den 3oer Jahren.

    1835 begegnen Morse und Daguerre einander und besichtigen gemeinsam den optischen Telegraphen auf dem Louvre

  • Invention Film: die zahlreichen Einzelerfindungen des 19. Jhdts. 1884 Nipkow-Scheibe; Liesegang Phototel 1891; Pereskiy 19oo; "spekulative Phase" des Fernsehens (Goebel).
  • Prototyp Film: Skladanowsky, Lumière und andere; Fernsehen: Karolus 1928; Mihaly 1928; Baird 1927; Weiterführung bis zur Olympiade 1936 - Verzögerung: Beim Film kaum auszumachen, etwa 1897; Fernsehen: 1938-1951 - Massenherstellung: ab 1951

    Tatsache des Funktionierens selbst bestimmt anfänglich den Charakter des Mediums
    dann Ausentwicklung des Eigencharakters unter Verzicht auf jegliche Reflxion darauf: das Medium verschwindet aus dem Mediumdann selbstreflektiver Prozessexperimentelle Erprobung und Erweiterung der eigenen medialen, ästhetischen, pragmatischen usw. Möglichkeiten; Photographie der 2oer Jahre; Film ebenfalls, massiv ab ca. 195o; Fernsehen evtl. ab 197o (Video-, Medienkunst) Medium als "Kunst"; mediale Selbstreflexivität im Film seit etwa 198o; Fernsehen seit Mitte der 8oer Jahre.
    aber: Jede dieser Phasen kann mitgeführt werden; Phasen oft nicht abgeschlossen!

    Für die zweite Hälfte des 2o. Jhdt. ist es das Fernsehen; für das 21. Jhdt. wahrscheinlich der Rechner. Fernsehen also als DAS LEITMEDIUM der Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit, das unserer Kultur wie kein anderes Medium seine eigenen Eigenschaften aufgeprägt hat und das wie kein anderes Medium diese Kultur selbst formuliert. Was sagten die, die laut dachten?

    Fernsehen als Prozeß "in" der Welt, der zugleich "die Welt" ist; "Innerweltlich begegnende Weltlichkeit" (Heidegger)

    Durch gezielten Medieneinsatz sind Kulturen programmierbar. (McLuhan)

    "Das Bild der Selbstamputation, die das Zentralnervensystem sofort vom Druck befreit, läßt sich ohne weiteres auf den Ursprung der Kommunikationsmedien - von der Sprache bis zum Computer - anwenden." (M. McLuhan)

    Enzensberger: „Null-Medium"

    Fortbewegung, Veränderung
    Die Telekinese ist die Einflußnahme auf belebte und und unbelebte Objekte auf parapsychischem Weg. Die der Telekinese mächtigen MutantInnen werden als TelekinetInnen bezeichnet. Voraussetzung zur Ausübung ihrer besonderen Fähigkeiten ist die optische Erfassung (bei TelepathInnen auch die rein geistige) des zu beeinflussenden Objekts. (Perry Rhodan)

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