Argentinien: Buenos Aires plant Null-Defizit

13. August 2001, 07:49
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Gespräche mit IWF-Direktor Köhler produktiv

Washington - Der argentinische Finanzstaatssekretär Daniel Marx hat sich zuversichtlich über die Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über Unterstützung zur Bewältigung der Finanzkrise Argentiniens geäußert. Die Gespräche seien "produktiv", sagte Marx am Sonntag (Ortszeit) in Washington. Zugleich warnte er, bis zu einer Einigung über einen neuen Kredit könne es noch einige Wochen dauern. Am Vortag hatte Marx gesagt, die Gespräche über eine vorgezogene Auszahlung eines Mrd.-Kredits im August stünden kurz vor dem Abschluss. Es gehe es nun um neue "mögliche Unterstützung durch den IWF".

Die Verhandlungen sollten am Montag mit dem Direktorium des IWF fortgesetzt werden, wenn auch IWF-Direktor Horst Köhler aus seinem Urlaub zurückgekehrt sei, sagte Marx. "Wir gehen davon aus, weitere Fortschritte zu machen. Heute haben wir uns mit einigen (Wirtschafts-) Projekten für 2002 beschäftigt." Dies benötige einige Zeit, mindestens einige Wochen, fügte er hinzu. "Letztendlich" hoffe er neue Gelder zu bekommen, sagte Marx. Aber bisher sei noch nichts entschieden. Die derzeitigen Gespräche konzentrierten sich darauf, dass Sparprogramm der argentinischen Regierung "robuster" zu machen.

Der Null-Defizit-Plan der Regierung in Buenos Aires sieht vor, die Defizite in den öffentlichen Haushalten des mit 128 Mrd. Dollar (143 Mrd. Euro/1.968 Mrd. S) verschuldeten Landes sofort abzubauen und keine neuen Schulden mehr zu machen. Dies soll auch mit Gehalts- und Pensionskürzungen im öffentlichen Dienst erreicht werden.

Marx hatte am Samstag gesagt, er wolle das bestehende IWF-Kreditprogramm über derzeit 14 Mrd. Dollar (15,7 Mrd. Euro/216 Mrd. S) 31 Mrd. Mark) vertiefen und verstärken. Diskutiert werden in den Verhandlungen zudem technische Details im Zusammenhang mit einer vorzeitigen Auszahlung der vom IWF nach einer Überprüfung der Reformen zugesagten Kredittranche über 1,2 Mrd. Dollar im August. IWF und Weltbank haben Argentinien bereits 40 Mrd. Dollar Hilfskredite zugesagt. Weitere Kredite lehnte der IWF bisher ab. Vor einer Woche hatte IWF-Chef Köhler empfohlen, die erst für September vorgesehene 1,2 Mrd. Dollar Kredittranche für das seit Jahren in einer Rezession steckende Land vorzeitig, also noch im August, auszuzahlen.

In den IWF-Kreisen hatte es geheißen, die Bekanntgabe der Details für die Auszahlung der 1,2 Mrd. Dollar sei bereits Anfang der Woche zu erwarten. Mitte der Woche werde dann der IWF-Board zu einer informellen Sitzung zusammenkommen, um sich über den Stand der Verhandlungen zu informieren. (APA/Reuters)

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