Rauch-Kallat wird Psychotherapeutin

13. August 2001, 14:43
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Maximal bis 2004 ÖVP-Generalsekretärin

Wien - ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat will bei der nächsten Wahl die ÖVP zur Nummer eins machen und dann Psychotherapeutin werden, wie sie in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse" sagte. Von Umfragen, die ihre Partei weit abgeschlagen hinter der SPÖ auf Platz zwei ausweisen, lässt sich Rauch-Kallat nicht beirren: "Unser Ziel ist es, bei der nächsten Wahl stimmenstärkste Partei zu werden". Die Umfragewerte seien angesichts der Sparmaßnahmen, die von der Regierung durchgezogen hätten werden müssen, nicht besonders erstaunlich.

Für sich selbst hat Rauch-Kallat entschieden, daß die regulär im Herbst 2003 fällige Nationalratswahl ihre letzte als Generalsekretärin sein wird: "Ich will Psychotherapeutin werden und nach der Wahl berufsbegleitend meine Ausbildung beginnen. Dann lege ich mein Amt als Generalsekretärin selbstverständlich zurück." Sie würde nur in einem Fall bis zur Bundespräsidenten-Wahl im Frühjahr 2004 weitermachen: Wenn es der ÖVP gelingt, Nummer eins zu werden.

Neben ihrer Ausbildung will sie VP-Frauenchefin und Abgeordnete bleiben. Danach plant sie, Coaching für Top-Manager und Politiker in Krisen anzubieten. Drohungen des Kärntner Landeshauptmanns Haider (FP), eine Fortsetzung der Koalition nach der Wahl werde es nur bei einem Referendum zur EU-Erweiterung geben, kontert sie: "Wenn die FPÖ in eine Regierung will, muß sie sich genauso an den Wünschen eines Partners orientieren wie umgekehrt." Die ÖVP bleibe bei ihrer Linie, Volksabstimmung oder -befragung bei der EU-Erweiterung dezidiert abzulehnen. Auch Vetodrohungen kämen für sie nicht in Frage. (APA)

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