Das Objektiv auf Genua

12. August 2001, 20:37
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Doku über G-8-Gipfel war der Publikumserfolg

Locarno - Es war einer der am meisten erwarteten, und mit Sicherheit der aktuellste Film des diesjährigen Festivals von Locarno: Der von verschiedenen Autoren mit Videokameras gefilmte und in kurzer Zeit montierte Dokumentarfilm über den G-8-Gipfel in Genua. Der rund einstündige Film wurde am letzten Festivaltag viermal hintereinander gezeigt und war jedesmal völlig ausverkauft. Die gemeinsame Arbeit von 15 Realisatoren aus Italien, Frankreich, Spanien und Palästina ist eine Art Videotagebuch, das in Genua während der blutigen Ereignisse im Juli entstanden ist.

Der Film ist erstaunlich objektiv und zeigt nach einem ersten Teil mit Konzerten und Happenings im zweiten Teil sowohl die Gewalt der unerbittlich auf Demonstranten einprügelnden Polizisten wie auch massive Sachbeschädigungen durch Vermummte an Schaufenstern oder Autos. Festivaldirektorin Irene Bignardi hatte sich entschlossen, den brandaktuellen Film ins Programm aufzunehmen, "weil es wichtig ist, die Ereignisse durch die sachliche Brille zu betrachten", wie sie sagte. Am Samstagabend erlaubte sie einer Gruppe Demonstranten zudem, vor der Piazza-Vorführung mit einem riesigen Spruchband auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. (APA)

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