Spanien: Anklage gegen Organisatoren von Pro-ETA-Kundgebungen

12. August 2001, 17:44
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Presse wirft der Regionalregierung Stillhalten vor

Bilbao/Madrid - Tausende von Anhängern der baskischen Untergrundorganisation ETA haben in mehreren Städten des spanischen Baskenlandes für eine Fortsetzung der Strategie der Gewalt und für die Schaffung eines unabhängigen Basken-Staates demonstriert. Der spanische Generalstaatsanwalt Jesus Cardenal kündigte an, ein Anklageverfahren gegen die Veranstalter der Kundgebungen wegen Aufrufs zur Gewalt einzuleiten. Dies teilte der höchste Ankläger am Sonntag der spanischen Regierung mit.

Innenminister Mariano Rajoy begrüßte die Entscheidung und betonte: "In keinem europäischen Land ist es erlaubt, den Terror zu verherrlichen und zur Errichtung einer Diktatur aufzurufen." Die Demonstranten hatten am Samstagabend in Durango, Hernani und Markina vier mutmaßliche ETA-Terroristen geehrt, die vor einem Jahr bei der vorzeitigen Explosion einer Autobombe ums Leben gekommen waren. Sie ließen die ETA hochleben und steckten spanische Flaggen in Brand.

Die Madrider Presse warf der autonomen Regierung des Baskenlandes vor, die Demonstrationen erlaubt zu haben, obwohl dort Aufrufe zur Gewalt vorhersehbar gewesen seien. Die Polizei war bei den Kundgebungen nicht eingeschritten. Polizeigewerkschafter beschuldigten die baskische Regionalregierung, die Sicherheitskräfte beim Kampf gegen die Sympathisanten der ETA zu behindern. (APA/dpa)

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