15 Verletzte bei Selbstmordanschlag in Israel

12. August 2001, 20:49
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Attentat in vollbesetztem Cafe

Jerusalem - Bei einem Selbstmord-Anschlag im Norden Israels sind am Sonntag nach Angaben der Polizei 15 Menschen leicht verletzt worden. Die radikale Palästinenser- Organisation Islamischer Jihad bekannte sich in Beirut zu dem Anschlag. Die Polizei teilte mit, ein Mann habe sich in oder vor dem Restaurant "Wall Street" in Kiryat Motzkin in der Nähe von Haifa in die Luft gesprengt.

"Offensichtlich starb der Attentäter, aber niemand sonst", sagte ein Polizeisprecher. Zunächst war von 20 bis 50 Verletzten die Rede gewesen. Die israelischen Sicherheitskräfte waren in erhöhter Alarmbereitschaft, nachdem am Donnerstag ein Palästinenser ein Selbstmord-Attentat in einer Pizzeria in Jerusalem verübt und 15 Menschen mit in den Tod gerissen hatte. Rund 80 Menschen wurden dabei verletzt.

Augenzeugen berichteten dem israelischen Militär-Radio, dass sich die Explosion vor dem Restaurant ereignet habe. Nach der Detonation seien Glasscherben 300 Meter weit umher geflogen und hätten ein vorbei fahrendes Auto beschädigt. "Wir saßen und tranken Kaffee. Plötzlich hörten wir einen schrecklichen Knall", sagte ein Augenzeuge.

Cafe völlig zerstört

Gegen 16.30 Uhr MESZ zündete der Attentäter in dem Cafe "Wallstreet" in dem belebten Vorort der nordisraelischen Stadt die Sprengsätze, die an seinem Körper befestigt waren. Das Cafe, das sich in unmittelbarer Nähe eines Einkaufzentrums befand, wurde völlig zerstört. Dutzende Ambulanzen waren im Einsatz. Die Unglücksstelle wurde weiträumig abgesperrt.

Der Islamische Jihad teilte der Nachrichtenagentur Reuters per Fax in Beirut mit, eines ihrer Mitglieder, der 28 Jahre alte Muhammad Mahmud Nasr, habe sich in dem Restaurant in Kiryat Motzkin in die Luft gesprengt. "Der Islamische Jihad reagiert mit dieser heldenhaften Operation auf die Gewalt der Zionisten und die von ihnen verübten Massaker gegen das palästinensische Volk", teilte die Gruppe mit. (APA/Reuters/AP)

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