Bundespräsident Rau für internationales Klonverbot

13. August 2001, 12:52
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Statt nach dem "neuen Menschen" zu suchen eher Kranken helfen

Berlin - Der deutsche Bundespräsident Johannes Rau hat sich für ein internationales Verbot des Klonens von Menschen ausgesprochen. Statt nach dem "neuen Menschen" zu suchen, sollte die Medizin ihre Anstrengungen darauf konzentrieren, Kranken zu helfen, sagte Rau der "Welt am Sonntag". "Diese Klon-Diskussion bringt uns dabei überhaupt nicht weiter." Das Klonen von Menschen müsse international geächtet werden und dürfe nicht gestattet sein.

Rau betonte, dass er grundsätzlich "ein Freund der Bio- und Gentechnologie" sei. Bei der Forschung sollte aber nur der Raum genutzt werden, der ethisch unbedenklich sei. Die wirtschaftlichen Argumente dürften in der Diskussion über die Gentechnik nicht das Übergewicht haben. "Wir sollten den Raum nutzen, der ethisch unbedenklich ist." Erneut forderte Rau, sich bei der Stammzellen-Forschung auf die unumstrittenen adulten Zellen und nicht auf die embryonalen Zellen zu konzentrieren.

Rau forderte, es müsse sorgfältig abgewogen werden, welchen Stellenwert wirtschaftliche Argumente bei der Entscheidungsfindung im Bereich der Gentechnik haben. "Und da meine ich, ein Übergewicht dürfen sie nicht haben. Ein Gewicht haben sie." Die medizinischen Anstrengungen müssten sich auf die Schmerzforschung konzentrieren. Mit allen verfügbaren Mitteln müssten die großen Volkskrankheiten Diabetes, Krebs und Herzinfarkt bekämpft werden. Die Klon-Diskussion führe dabei überhaupt nicht weiter. (APA/AP/Reuters)

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