Kostunica kritisiert Kosovo- und Mazedonien-Politik des Westens

13. August 2001, 13:04
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"Es geht nicht um Menschenrechte der Albaner, sondern um unverfälschten Terrorismus"

Belgrad - Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica hat überaus scharfe Kritik an der Kosovo- und Mazedonien-Politik des Westens geübt. Den westlichen Regierungen warf er am Wochenende vor, sich von den albanischen Rebellen zum Narren halten zu lassen. Den Rebellen der UCK gehe es weder um Menschenrechte noch um Integration der albanischen Bevölkerung. "Es ist reiner, unverfälschter Terrorismus", zitierte die Belgrader Zeitung "Politika" den Präsidenten.

Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski erneuerte unterdessen den Vorwurf, die albanischen Rebellen erhielten personelle und logistische Unterstützung aus dem Kosovo. Der KFOR-Sprecher Howard Rhodes trat Berichten der mazedonischen Regierung entgegen, wonach Rebellenangriffe auf Mazedonien vom Kosovo aus geführt worden seien. Radaraufnahmen hätten bewiesen, dass dies nicht der Fall gewesen sei.

Kostunica hatte die Balkan-Politik der NATO wiederholt heftig kritisiert und ihre Ergebnisse im Kosovo und in Mazedonien als "katastrophal" bezeichnet. Die internationalen KFOR-Truppen seien nur darauf aus, für die eigene Sicherheit zu sorgen. Der Krieg in Mazedonien gefährde die gesamte Region. Die KFOR und die UNO-Mission UNMIK täten nichts für die Sicherheit von Serben und anderen Nicht-Albanern im Kosovo, sagte der Staatschef Jugoslawiens. (APA/AP)

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