Peres hat grünes Licht für Gespräche mit Palästinensern

12. August 2001, 21:23
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Sharon will jedoch keine Verhandlungen mit Arafat

Jerusalem - Der israelische Regierungschef Ariel Sharon hat seinem Außenminister Shimon Peres grünes Licht gegeben, um mit den Palästinensern über eine Waffenruhe zu verhandeln. Dies verlautete am Sonntag aus Regierungskreisen. Peres solle dabei aber nicht mit Palästinenserpräsident Yasser Arafat sprechen.Bei allen Treffen müsse auch ein hochrangiger israelischer Offizier teilnehmen

Peres war zuvor auf Distanz zur Nahost-Politik von Ministerpräsident Sharon gegangen. Peres forderte nach Angaben des israelischen Rundfunks in der wöchentlichen Kabinettssitzung einen Dialog mit der palästinensischen Führung. "Die aktuelle Politik der Regierung kann so nicht weitergehen", sagte Peres demnach. Falls nicht ein Dialog mit den Palästinenser aufgenommen werde, drohe das internationale Ansehen Israels auf einen "beispiellosen" Tiefpunkt abzusinken. Nur Verhandlungen könnten zu einem Waffenstillstand führen. Der Konservative Sharon fordert als Bedingung für politische Gespräche ein Ende aller Gewalt.

Der palästinensische Minister Saeb Erekat sagte, Gespräche mit Peres seien nichts neues. "Peres hat bereits mehrfach ranghohe Palästinenser wie Präsident Arafat getroffen", sagte er. Die Palästinenser wollten, dass Sharon die Besetzung des Orient-Hauses zurücknehme. Bei dem seit September anhaltenden Aufstand der Palästinenser sind mehr als 650 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Palästinenser. (APA/Reuters)

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