Senkung der Quote auf 8.280 im nächsten Jahr

12. August 2001, 15:28
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Nur mehr Schlüsselkräfte sollen dauerhaft ins Land gelassen werden

Wien - Die Zuwandererquote wird nach Angaben des "profil" im kommenden Jahr um 238 von derzeit 8.518 auf 8.280 abgesenkt werden. Dauerhaft ins Land gelassen werden sollen nur mehr so genannte Schlüsselkräfte, die mit 2.400 für das nächste Jahr angegeben werden. Die Quote für Führungskräfte und Spezialkräfte von heuer 1.613 dürfte entfallen, auch die Quote für "sonstige Erwerbstätige" werde gestrichen.

Praktisch keine Veränderungen dürfte es jedoch beim Familiennachzug geben, der heuer eine Quote von 5.490 ausweist. Hier seien die Vorschläge der Koalitionspartner eng beisammen. Der Plan der FPÖ liege mit 5.480 Familienangehörgen um zehn Personen unter dem der ÖVP.

Die Quote für Privatiers - vor allem ehemalige Österreicher, die eine ausländische Staatsbürgerschaft angenommen haben, ihren Lebensabend aber in Österreich verbringen wollen - bleibt laut "profil" so gut wie gleich, wobei sich auch hier die Vorschläge von FPÖ (400) und ÖVP (390) wieder um zehn Personen unterscheiden.

"Spezielle Kentnisse und Fertigkeiten"

Schlüsselkräfte würden damit definiert, dass sie über "eine besondere, am inländischen Arbeitsmarkt nachgefragte Ausbildung oder über spezielle Kentnisse und Fertigkeiten sowie darüber hinaus über entsprechende berufliche Erfahrung verfügen, die durch den inländischen Arbeitsmarkt nicht abgedeckt werden kann und deren Entlohnung mindestens 60 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage beträgt". Dies würde bedeuten, dass eine Schlüsselarbeitskraft zumindest 25.000 Schilling monatlich verdienen muss.

Außerdem müssten Schlüsselarbeitskräfte Bedeutung für die Region oder den jeweiligen Teilarbeitsmarkt haben oder zur Schaffung neuer bzw. Sicherung bestehender Arbeitsplätze beitragen oder einen maßgeblichen Einfluss auf die Führung des Betriebs haben oder einen Transfer von Investitionskapital nach Österreich mit sich bringen oder einen Hochschul-, Fachhochschulabschluss oder einen besonders anerkannten Ausbildungabschluss nachweisen.

Die Senkung der Zuwandererquote war zuletzt nicht nur von der Opposition kritisiert worden, sondern löste auch bei der Wirtschaft Bedenken aus. So forderte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl die Einführung befristeter Arbeitsgenehmigungen. (APA)

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