Saddam Hussein: Tauwetter Irak-Syrien überrascht die "Feinde"

12. August 2001, 11:22
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Syrischer Premier in Bagdad - Panarabische Allianz angestrebt

Bagdad - Das Tauwetter im Verhältnis zwischen dem Irak und Syrien habe die "Feinde" der Araber völlig überrascht, erklärte der irakische Staatschef Saddam Hussein am Samstagabend bei seiner Zusammenkunft mit dem syrischen Ministerpräsidenten Mohammed Mustafa Miro in Bagdad. Wie die irakischen Medien am Sonntag berichteten, warnte Saddam Hussein die Führung in Damaskus vor weiteren Versuchen der gemeinsamen Feinde, die sich verbessernden Beziehungen zwischen Syrien und dem Irak zu torpedieren.

"Die Verbesserung der Beziehungen zwischen unseren Brudervölkern ist eine große Errungenschaft zum Nutzen der arabischen Nation", sagte der irakische Präsident. Miro war am Samstag an der Spitze einer umfangreichen Regierungsdelegation in der irakischen Hauptstadt eingetroffen. Er überbrachte Saddam Hussein eine Botschaft von Präsident Bashar el Assad. Darin bringt Syrien seine Solidarität mit dem Irak "im Kampf gegen das ungerechte Embargo" zum Ausdruck.

Solidarität mit der Intifada

Saddam Hussein und Miro drückten ihre Solidarität mit der Intifada, dem Palästinenser-Aufstand gegen Israel, aus. "Die Kooperation zwischen dem Irak und Syrien dient der Festigung der arabischen Solidarität zur Unterstützung des tapferen palästinensischen Volkes", sagte der syrische Premier. Die syrische Diplomatie hatte sich in den vergangenen Monaten um eine breite arabische Allianz gegen Israel bemüht.

Die wirtschaftliche und politische Annäherung zwischen Syrien und dem Irak hatte mit ersten zaghaften Schritten 1997 begonnen. Im Golfkrieg 1991 hatte Syrien die Alliierten unterstützt, was damals zu einer Abkühlung des schon stark gespannten Verhältnisses zwischen den beiden rivalisierenden Regionalmächten geführt hatte. Die "Arabische Sozialistische Baath-Partei" ist 1963 in Syrien und 1968 im Irak durch Militärcoups an die Macht gekommen. Die beiden Führungen warfen sich gegenseitig Verrat an der panarabischen Baath-Ideologie vor. (APA)

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