Positive Signale aus der steirischen ÖVP

12. August 2001, 11:10
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"Zartes Pflänzchen" des Verständnisses für Lesben und Schwule soll weiter wachsen

Wien - Die steirische ÖVP hat am Wochenende deutliche Signale für eine Normalisierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ausgesandt. ÖVP-Familiensprecherin Ridi Steibl meint in der "Kleinen Zeitung" (Sonntag-Ausgabe), das Verständnis für die Homosexuellen sei ein "zartes Pflänzchen, das jetzt zu wachsen beginnt und weiter wachsen soll". Zuvor hatte sich Landeshauptfrau Waltraud Klasnic dafür ausgesprochen, das Schutzalter für homosexuelle Beziehungen zu senken und legale Partnerschaften von Menschen gleichen Geschlechts zu ermöglichen.

Während sich Klasnic noch gegen eine Ehe für Homosexuelle wandte, meinte der steirische VP-Landesrat Gerhard Hirschmann, die Ehe für homosexuelle und lesbische Paare werde auch in Österreich kommen "wie das Amen im Gebet".

In der Frage des Schutzalters ist Steibl vorsichtig. "Es geht um den Schutz der Kinder und Jugendlichen. Ich bin überzeugt davon, dass wir zu einem Ergebnis finden, das für alle tragbar ist". Man müsse aber "trotzdem zuerst die Lücken im Sexualstrafrecht schließen, bevor wir eine Angleichung des Schutzalters beschließen", aber "der Paragraf 209 ist nicht die wichtigste Frage unserer Gesellschaft".

Schon im März hatte der steirische Landtag einen Grundsatzbeschluss für die Gleichbehandlung homosexueller Paare gefasst. Damals hatte die ÖVP die Initiative von SPÖ und Grünen mitgetragen, nur die FPÖ war dagegen. Der Beschluss wurde als Petition an die Regierung weitergeleitet, die Steirer haben dann auch schon selbst erste Schritte zur Gleichbehandlung gesetzt. So bekamen auf Veranlassung von Hirschmann Landesbedienstete, die schwul oder lesbisch sind, frei, wenn ihr Partner krank ist, also eine Art Pflegefreistellung wie bei Ehepartnern. (APA)

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