Polizei befürchtet DM-Falschgeldschwemme vor Euro-Einführung

11. August 2001, 16:28
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Bild: Europol-Chef Storbeck warnt

Hamburg - Die deutsche Polizei befürchtet nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" vor der Euro-Umstellung am 1. Jänner 2002 eine Schwemme von Falsch- uns Schwarzgeld aus Osteuropa. Im Ausland seien nach Schätzungen der Bundesbank rund 100 Mrd. DM (51,1 Mrd. Euro/704 Mrd. S) im Umlauf, ein Großteil davon in den Staaten der früheren Sowjetunion und auf dem Balkan in den Händen der Ost-Mafia. Die Sicherheitsbehörden rechnen nach Angaben der Zeitung damit, dass dieses Schwarzgeld in den nächsten Monaten in den Westen zurückgeschleust werde, um es in Euro zu tauschen.

Der Chef des Europäischen Kriminalamtes Europol, Jürgen Storbeck, sagte "Bild am Sonntag: "In Osteuropa sind 30 bis 40 Prozent des gesamten D-Mark-Bestandes als Zweitwährung im Umlauf, die umgetauscht werden müssen. Es ist zu befürchten, dass dort in großem Umfang Fälschungen auftauchen." Außerdem versuchten Verbrecher, eigens für die Währungsumstellung DM und andere EU-Währungen zu fälschen, um sie dann in echte Euro umzutauschen. Auch falsche Euro dürften in Umlauf gesetzt werden.

Der FDP-Politiker Jürgen Koppelin forderte an den Ostgrenzen "in den nächsten Monaten verstärkt Kontrollen", um Geldwäscher und Fälscher zu enttarnen. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, meinte, "es wäre verheerend, wenn die Bevölkerung in der Zeit der Währungsumstellung verunsichert wird, weil eine Flut von Euro-Blüten über Deutschland hereinbricht". (APA/dpa)

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