Montenegrinischer Außenminister Lukovac: Wir akzeptieren nur Unabhängigkeit

11. August 2001, 15:42
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Kein Grund für Rückkehr zu Union mit Serbien

Podgorica - Montenegro werde "unter keinen Umständen etwas Geringeres akzeptieren als einen souveränen Staat" und ein eigenständiges Völkerrechtssubjekt zu sein. Dies erklärte der montenegrinische Außenminister Branko Lukovac in einem Interview in der neuesten Ausgabe der in Podgorica erscheinenden Wochenzeitschrift "Polis". Die Bürger Montenegros seien "getäuscht und verraten" worden in der Erwartung, dass mit der Bildung der Bundesrepublik Jugoslawien der Erhalt eines gemeinsamen Staates Montenegros mit Serbien möglich sei, so Lukovac.

"Es gibt keine Bedingungen, dass wir in diese Union zurückkehren. Nur ein unglücklicher Umstand - dass das montenegrinische Volk beim Referendum gegen den eigenen Staat stimmt - könnte sie wiederbeleben", betonte der Außenminister der kleineren jugoslawischen Teilrepublik. Lukovac äußerte auch die Hoffnung, dass es über das Unabhängigkeitsreferendum, das bis spätestens März kommenden Jahres stattfinden soll, eine "Vereinbarung aller politischen Subjekte im Parlament Montenegros" geben werde, sodass "nicht der kleinste Schatten auf das Referendum" falle. Über seine Vertretungen im Ausland werde die Republik versuchen, ihre Interessen zu artikulieren.

Die internationale Gemeinschaft bestehe auch nicht mehr darauf, dass Serbien und Montenegro "im derzeitigen föderalen Gefüge bleiben", so Lukovac. Sie würde die Entscheidung der Bürger Montenegros achten und auf "Dialog und demokratischem Procedere insistieren", betonte der Außenminister. Dies sei eine Änderung in Bezug auf frühere Standpunkte, weil sich "internationale Faktoren" bei den letzten Wahlen im April überzeugt hätten, dass es keinen Bruch des Friedens und der Stabilität gegeben habe, betonte der Minister. (APA)

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