Rabin-Tochter fordert Härte gegenüber Palästinensern

11. August 2001, 11:57
7 Postings

Vizeverteidigungsministerin schließt Einmarsch in Autonomiegebiete nicht aus

Hamburg - Die stellvertretende israelische Verteidigungsministerin Dalia Rabin-Pelossof hat einen israelischen Wiedereinmarsch in die palästinensischen Gebiete im Westjordanland und im Gaza-Streifen nicht ausgeschlossen. "Das ist (aber) keine Option für die nahe Zukunft", sagte sie in einem Interview in der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Sollte sich die Sicherheitslage jedoch so verschlechtern, "dass wir die Kontrolle über die Gebiete verlieren, dann müssen wir neu überlegen, was zu tun ist".

Die Tochter des 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin betonte zugleich, sie halte eine Rückeroberung der palästinensischen Selbstverwaltungsgebiete nicht für hilfreich. "Ich hoffe, wir werden nicht dazu gezwungen."

"Wir senden eine Botschaft"

Rabin-Pelossof verteidigte die Vergeltungsaktionen der israelischen Armee nach dem Terroranschlag von Jerusalem mit 16 Toten. "Wir senden damit eine Botschaft an (Palästinenser-Präsident) Yasser Arafat, dass er nicht weitermachen kann wie bisher. Er muss jetzt endlich aktiv werden im Kampf gegen den Terror."

Die Politikerin der sozialdemokratischen Arbeiterpartei beschuldigte Arafat, für die Terrorangriffe verantwortlich zu sein. Sie kündigte eine Fortsetzung der umstrittenen israelischen Politik der gezielten Exekutionen von palästinensischen Extremisten an. "Wir haben keine andere Wahl als zu versuchen, die Terroristen zu stoppen, bevor sie sich auf den Weg machen." (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.