IWF und Weltbank wollen Jahrestreffen wegen Protesten verkürzen

11. August 2001, 11:39
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Militante Aktionen von Globalisierungsgegnern in Washington erwartet

Washington - Der internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank haben angekündigt, ihr Jahrestreffen im September auf zwei Tage zu reduzieren. Der Grund seien die zu erwartenden Demonstrationen von Globalisierungsgegnern, teilten der IWF und die Weltbank am Freitagabend mit. Das Treffen soll am 29. und 30. September in der US-Hauptstadt Washington stattfinden. Usrprünglich waren fünf Tage für das Treffen geplant.

Die Entscheidung sei nach Beratungen mit der US-Regierung gefallen, hieß es. Washingtons Bürgermeister Anthony Williams warnte, die Stadt werde die Sicherheit während des Treffens ohne Bundeshilfe nicht gewährleisten können.

Ausdrückliches Ziel der Gewalt

"Das ausdrückliche Ziel der Gewalt einiger Gruppen schmälert die Chance, mit Menschen in guter Absicht über unsere Standpunkte zu sprechen", sagte der Sprecher der Weltbank, Merrell Tuck. Dies sei ein bedauerlicher Rückschlag. Vermutlich würden eine Reihe von gleichzeitig geplanten Veranstaltungen gestrichen werden, darunter auch eine Rede des argentinischen Wirtschaftsministers Domingo Cavallo zur Krise der argentinischen Wirtschaft. Die Vorstände des IWF und der Weltbank sollen am Dienstag über die Verkürzung des Treffens abstimmen.

Washingtons Bürgermeister Williams hatte US-Präsident George W. Bush Anfang der Woche gewarnt, dass die Stadt ohne Bundeshilfe nicht in der Lage sei, die Sicherheit während des IWF-Treffens zu garantieren. Die Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen beliefen sich auf rund 50 Millionen Dollar (56,0 Mill. Euro/770 Mill. S). Ein verkürztes Treffen würde die Kosten erheblich reduzieren, sagte ein Sprecher des Bürgermeisters.

"Proteste werden heftig sein"

"Die Proteste und Demonstrationen werden von einer Heftigkeit, einem Umfang und Ausmaß sein, die wir in dieser Stadt noch nie gesehen haben", hatte Williams in einem Brief an Bush geschrieben. Beim Treffen des IWF und der Weltbank im April vergangenen Jahres waren bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei rund 600 Menschen fest genommen worden. Für September werden etwa 50.000 Menschen erwartet.

Die Demonstrationen bei Gipfeltreffen haben in den vergangenen Jahren an Ausmaß und Gewalt zugenommen. Bei EU-Gipfel in Göteborg kam es im Juni zu gewalttätigen Übergriffen und Zerstörungen. Zuletzt wurde beim Weltwirtschaftsgipfel in Genua im Juni die Stadt verwüstet, ein Demonstrant wurde von einem Polizisten erschossen worden. Mehr als 230 Menschen wurden verletzt und etwa 280 Personen fest genommen. (APA/Reuters)

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