China plante Geheimanschlag auf US-Politik

11. August 2001, 10:45
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US-Geheimdienstausschuss: China zahlte 1996 "Spendengelder"

Washington - Die chinesische Regierung hat nach US-Angaben mit einer umfassenden Geheimoperation versucht, ihren Einfluss auf die Politik der Vereinigten Staaten zu stärken. Chinas Geheimdienst habe 1996 mit "Spendengeldern" sowohl Politiker der Demokraten als auch der Republikaner auf allen politischen Ebenen im Visier gehabt, stellte der Geheimdienstausschuss des amerikanischen Senats vergangene Woche in einem Untersuchungsbericht fest, der am Freitag (Ortszeit) auf der Website der Vereinigung amerikanischer Wissenschaftler (FAS) veröffentlicht wurde.

Demnach entwarfen die Pekinger Behörden die als "China-Plan" benannte Aktion, als der damalige Präsident Bill Clinton seinem taiwanesischen Amtskollegen Lee Tung-hui 1995 ein Einreisevisum in die USA gewährte. Ziel des Plans sei es gewesen, vor allem führende US-Politiker positiv gegenüber China zu stimmen.

Die Untersuchung des Geheimdienstausschusses wurde begonnen, nachdem Gerüchte über die Zahlung chinesischer Stellen in Höhe von insgesamt 300.000 Dollar (335.721 Euro/4,62 Mill. S) für den Präsidentschaftswahlkampf 1996 von Clintons Demokratischer Partei laut geworden waren. Eine der Schlüsselfiguren bei der Aktion war dem Bericht zufolge der Geldbeschaffer der Demokraten, Johnny Chung. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Republik. Selbst bei privaten Besuchen von taiwanesischen Regierungsvertretern in den USA protestiert Peking regelmäßig bei der US-Regierung. (APA/AFP)

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