Spitzengagen für Topjobs

13. August 2001, 10:35
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Österreichs Führungskräfte verdienen heuer um rund fünf Prozent mehr als im Jahr 2000.

Österreichs Topmanager verdienen sich eine goldene Nase: Laut der aktuellen Vergütungsstudie "Führungskräfte in Österreich" der Kienbaum Management Consultants Wien erhalten heimische Geschäftsführer ein durchschnittliches Jahresgehalt von 2,407 Millionen Schilling (174.923,5 EURO) inklusive Prämien und Boni. "In der ersten Führungsebene stiegen die Gehälter im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent, auf der zweiten und dritten um rund 4,5 Prozent", sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Conrad Pramböck. Führungskräfte der zweiten Ebene verdienen damit durchschnittlich 1,352 Millionen Schilling (98.253,67 EURO), die dritte Ebene erzielt rund 943.000 S (68.530,48 EURO).

Plus 18 Prozent variabler Anteil

Basis der Vergütung ist auf allen drei Ebenen das Grundgehalt: Dieses beträgt derzeit rund 1,952 Mio. Schilling (141.857, 37 EURO) auf der Topetage, gefolgt von 1,217 Millionen (88.442,84 EURO) auf Ebene zwei. Bei 63 Prozent aller untersuchten Positionen kommt zum Grundgehalt ein variabler Anteil hinzu, der durchschnittlich 18 Prozent der Gesamtbezüge ausmacht.

Je größer das Unternehmen, desto ...

Besonders starken Einfluss auf die Höhe der Gehälter habe die Größe des Unternehmens, so Pramböck: "Während ein Geschäftsführer eines kleinen Betriebs im Jahr teilweise unter 700.000 öS verdient, beziehen die Vorstände der großen Konzerne Jahresgehälter von mehreren Millionen Schilling." Immer mehr setze sich die leistungsabhängige Bezahlung durch: "Besonders in den Topetagen gilt: Erst wenn die Unternehmensziele erreicht sind, gibt es den Zuschlag."

Verlockender Bonus

Eine große Rolle bei den Gagen der Spitzenmanager spielen außerdem nach wie vor die so genannten "Fringe-Benefits", also Zusatzleistungen. Sie sollen Topmanager anlocken und gute Führungskräfte ans Haus binden: "Mit einem guten Grundgehalt kann man einen Manager ein Monat halten, Dienstwohnung und -auto sind Anreiz, ein Jahr zu bleiben", sagt Pramböck. Stock-Options hätten aufgrund der schlechten Börsenlage in letzter Zeit stark an Anreizwirkung verloren. In den USA arbeite man aber bereits an einem Modell, das sich nicht mehr am absoluten Börsenwert des Unternehmens, sondern an den Vergleichswerten der Branche orientiert: Fällt die eigene Firma weniger stark als die anderen, gibt es bereits einen Bonus.

Vergleich zu Deutschland

In Deutschland liegen die Managergehälter laut dem Vergütungsexperten derzeit leicht über jenen in Österreich. Deutlich mehr verdienen Führungskräfte hingegen in der Schweiz: Dort belief sich das Gesamtsalär eines Firmenchefs im Jahr 2000 laut einer Studie von Kienbaum und Handelszeitung auf durchschnittlich 294.000 Schweizer Franken (2,65 Mio. öS/192.25 EURO). Die Grundgehälter stiegen um 4,7 Prozent, inklusive Zulagen stieg der Lohn sogar noch stärker.

Kurzer Trend

Der Trend nach oben ist aber nur von kurzer Dauer: In Österreich erwarten Experten bereits für nächstes Jahr deutlich geringere Steigerungen bei den Managergagen. Pramböck: "Viele Planzahlen werden nicht erreicht werden können, was sich auf die Boni auswirken wird." (isa /DER STANDARD, Print-Ausgabe)

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