Im Ohrensessel: Drei strandtaschentaugliche Krimis

15. August 2001, 16:38
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M.K. Wren, Medusa Pool
Jason Starr, Die letzte Wette
Willy Josefsson, Das Zeichen des Mörders

Schlimm genug, dass heutzutage auch schon Frauen in der Exekutive zu finden sind, aber Neely Jones ist noch dazu schwarz - und ausgerechnet sie wurde zum neuen Sheriff von Taft County, Oregon gewählt. Das bringt die weißen männlichen Seilschaften auf die Palme.

Neely hat auch von ihrer eigenen Truppe nur minimale Unterstützung zu erwarten. Sexistische Witze und rassistische Anspielungen verleiden ihr den Büroalltag, nachts zündet eine Truppe vor ihrem Haus ein Klankreuz an. Als Neely vereidigt wird, stirbt Jan, Neelys japanischer Lebensgefährte, eines gewaltsamen Todes. Er wird an seinem Arbeitsplatz, dem Ozeanographischen Institut aufgefunden, die Leiche schwimmt in einem Quallenbecken.

Die Wände wurden mit rassistischen Sprüchen verschmiert, also scheint der Fall klar. Nur, dass die Beschimpfungen diesmal in korrekter Orthografie ausgeführt sind, stimmt die vor Trauer und Wut halb betäubte Neely misstrauisch. Die Dumpfbacken vom Ku-Klux-Klan hatten das noch nie zustande gebracht. (Von Ingeborg Sperl)

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M.K. Wren, Medusa Pool. öS 123,-/EURO8,94/
288 Seiten, Unionsverlag, 2001.



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