Salzburg will bildende Kunst fördern

10. August 2001, 18:12
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"Salzburg Foundation" nimmt sich Kultur-Schätzen an

Salzburg - Am Freitag wurde eine neue Initiative zur Förderung der bildenden Kunst in Salzburg vorgestellt: Als erstes Projekt der "Salzburg Foundation" wird Anselm Kiefer eine Skulptur für die Stadt gestalten, die im Mai nächsten Jahres an einem von ihm gewählten Platz aufgestellt werden soll. In Gespräch ist auch die Einrichtung eines "Schatzhauses der Salzburger Geschichte". Sponsoren tragen die gemeinnützige Stiftung finanziell, deren Budget zwischen fünf und zehn Millionen Schilling (363.364 und 726.728 Euro) jährlich betragen wird.

"Weltkulturerbe Altstadt" weiterentwickeln

Ziel der Stiftung sei es, das "Weltkulturerbe Altstadt" weiter zu entwickeln und zu beleben, wie der für Altstadt und Tourismus zuständige Vizebürgermeister Karl Gollegger (V) formulierte. Eine "international exklusive Position in der bildenden Kunst" solle für Salzburg erarbeitet werden. Zu diesem Zweck würden unter anderem "Botschafter" der Stiftung künftig internationale Tochter-Foundations gründen, wie Gollegger ankündigte. Zudem solle mit der Initiative die touristische Auslastung in Salzburg in Zeiten ohne "Spitzen" (wie etwa bei den Festspielen) verbessert werden. Mit den Kunstprojekten im öffentlichen Raum wolle die Stiftung auch Diskussionen provozieren, wie Lorand Hegyi in seiner Funktion als einer der Kuratoren erläuterte.

"Künstler-Stadt"

Die besondere Verbindung "Künstler-Stadt" hob sein Kollege Danilo Eccher aus Bologna für das Projekt der Foundation hervor: Jedes Jahr wird ein Künstler eingeladen, eine Skulptur für die Stadt ("Sculpture in Town") zu kreieren und an einem von ihm gewählten Platz aufzustellen. Nicht jeder Platz steht jedoch zur Verfügung: "Neben Mozart kann ich nichts hinstellen", wie Gollegger einschränkte. Die Kunstwerke sollen dauerhaft stehen bleiben. Den Anfang macht 2002 der international bekannte Kiefer, der, wie Projektleiter Walter Smerling erläuterte, heute Morgen zugesagt habe. Dritter Kurator des Projektes, neben Hegyi und Eccher, ist der Amerikaner Michael Auping.

"Schatzhaus der Salzburger Geschichte"

Als zweites Projekt der "Salzburg Foundation" ist im Gespräch, ein "Schatzhaus der Salzburger Geschichte" einzurichten: In Zusammenarbeit mit der Erzabtei St. Peter und der Erzdiözese Salzburg sollen in Räumlichkeiten am Domplatz bisher selten gezeigte Kunstwerke unter gezieltem "Einsatz neuer Technologien" präsentiert werden, erklärte Projektbetreuer Wilfried Schaber.

Potente Sponsoren der Stiftung, deren Sitz sich im ehemaligen Wohnhaus Herbert von Karajans in der Hummelstraße befindet, sind der Raiffeisenverband Salzburg, die Casinos Austria und die Siemens AG Österreich; finanzielle Starthilfe kommt auch von Eliette von Karajan. (APA)

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