Trinkbare Skulpturen

10. August 2001, 20:31
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Künstler bereiten zu afrikanischen Klängen original afrikanische Kost

Graz - Seit einigen Monaten betreibt die Werkstadt Graz in ihren Galerieräumen mitten in der Grazer Altstadt ein kleines Kunst-Restaurant. An fünf kleinen Tischchen im hofseitig gelegenen "Teranga" wird geboten, was in Graz (noch) einzigartig ist: original afrikanische Klänge zu original afrikanischer Kost, zubereitet von den Künstlern Bambo Sane aus Senegal und Abdul Salam Barry aus Sierra Leone.

Die beiden Afrikaner belassen es freilich nicht beim Kochen. So vereinen sie beispielsweise Glas-, Etiketten-, Wort- und Farbenkunst mit altem afrikanischem Wissen zu "trinkbaren Skulpturen". Die nach altem afrikanischem Rezept hergestellten Getränke finden jedenfalls reißenden Absatz: Zum Beispiel das Baodo aus Ingwer, Vanille, Ananas, Rohzucker, Zitrone und reinem Wasser ist ein scharf schmeckender, aber dafür aphrodisierender Drink, der laut Etikett "bezaubert und uns mutig erobernd in eine neue Welt führt". Der aus Hibiskusblüten, Vanille, Muskatnuss, Rohzucker und reinem Wasser gemixte Fruchtsaft Cucha ist wohlschmeckend und mild. Die beiden "Erfinder" schwören auf die stärkende Wirkung dieses roten Elixiers, das "seine grenzüberschreitende Kraft im Inneren des Körpers freigibt".

Das Teranga wird von Werkstadtchef Joachim Baur als "Boden neuer kultureller Verschmelzung alltäglicher Begegnungen innerhalb und außerhalb von beispielsweise elektronischen Kommunikationsmedien" gedacht. Der Senegalese Sambo Sane, er studiert Hochbau an der TU Graz, leitet auch zwei Koch-Workshops. Er verrät am 16. und 17. August jeweils von 17 bis 20 Uhr Rezepte seiner Heimat und nimmt Anmeldungen unter (0699) 11 19 33 35 entgegen. (lei - DER STANDARD, Print-Ausgabe, Wochenendausgabe 11/12. 8. 2001)


Teranga, 8010 Graz,
Sporgasse 16, E-Mail

teranga@gmx.at, Di-Sa
11-15, 18-22.00
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