"Bürger, Politiker oder Militante" sollen Tagungsort "friedlich schützen"

10. August 2001, 15:56
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Daniel Cohn-Bendit denkt an "entmilitarisierte Pufferzone" beim nächsten EU-Gipfel in Belgien

Paris - Der französische grüne Europaparlamentarier Daniel Cohn-Bendit (Bild) hat zur Vermeidung von Gewalt beim nächsten EU-Gipfel für eine "entmilitarisierte Pufferzone" um das Konferenzzentrum plädiert. In diesem "Niemandsland" ohne jeden Polizisten sollten "2000 Bürger, Politiker oder Militante den Tagungsort durch ihre Anwesenheit friedlich schützen", sagte Cohn-Bendit der französischen Tageszeitung "Le Monde".

Die schweren Zusammenstöße zwischen Polizei und Globalisierungsgegnern beim G-8-Gipfel Ende Juli in Genua dürften nicht beim EU-Gipfel in Dezember im belgischen Laeken fortgesetzt werden. Beide Treffen dürften nicht in einen Topf geworfen werden. "Das Gipfeltreffen von Laeken ist wichtig, weil es zu einer größeren Demokratisierung in Europa führen könnte", sagte der grüne Parlamentarier.

Die vom deutschen Innenminister Otto Schily (SPD) und seinem italienischen Amtskollegen Claudio Scajola befürwortete Schaffung einer europäischen "Anti-Krawall-Polizei" nannte Cohn-Bendit absurd. Das sei nur eine "Idee, um den Eindruck schnellen Handelns vorzutäuschen", sagte er. (APA/dpa)

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