UNICEF kritisiert Mediendiktion gegen Asylbewerber in Großbritannien

10. August 2001, 15:30
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Begriffe "Asylsuchende" und "Flüchtlinge" zu Schimpfworten gemacht

Die UNO-Flüchtlingsorganisation UNICEF hat die britischen Medien wegen ihres Umgangs mit dem Thema Asyl scharf kritisiert. Vor dem Hintergrund gewalttätiger Angriffe auf Asylsuchende in Großbritannien sprach UNICEF-Sprecher Kris Janowski am Freitag in Genf von einem "Klima der Herabsetzung".

Asylsuchende als "Problem"

So würden in einigen Massenblättern Asylsuchende als Problem gebrandmarkt, Statistiken verdreht und negative Geschichten endlos lange hochgespielt. "Dieser häufig absichtliche Versuch, den Namen einer ganzen Gruppe zu besudeln, ist so erfolgreich verlaufen, dass die Begriffe Asylsuchender und Flüchtling sogar zu Schimpfworten auf Schulhöfen geworden sind", sagte Janowski.

Negatives Bild der Asylbewerber in den Medien

Der UNICEF-Sprecher verwies auf einen bereits im Mai an alle großen europäischen Zeitungen gerichteten Meinungsbeitrag des UNO-Flüchtlingshochkommissars Ruud Lubbers zum allgemeinen Thema der Verunglimpfung von Flüchtlingen, der nur in Großbritannien nicht abgedruckt worden sei. Janowski vermied es, der britischen Regierung die Schuld für das aufgeheizte Klima zu geben. "Es ist nicht die Flüchtlingspolitik der Regierung, die uns Sorgen macht, sondern das von einigen Medien gezeichnete, extrem negative Bild der Asylsuchenden." (APA/dpa)

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