Uni-Reform: Brinek gegen "vorauseilendes Fürchten"

10. August 2001, 14:24
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VP-Wissenschaftssprecherin kritisiert akademischen Mittelbau

Wien - Als Einladung zum Dialog versteht ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek die am Montag auf dem Programm des Sommer-Ministerrats stehende Punktation zur Entlassung der Universitäten in die Vollrechtsfähigkeit. "Vorauseilendes Fürchten ist kein gutes Beispiel für eine dynamische, akademische Vertretung des Mittelbaus", betonte Brinek in einer Aussendung.

Auch im neuen Uni-Konzept gebe es eine klare Verankerung der staatlichen Verantwortung für die Wissenschaft und deren Institutionen, betonte Brinek. Gemeinsam mit den Verantwortlichen an den Universitäten gehe es jetzt um die Formulierung und Präzisierung der Ziele der Hochschulen.

Die künftigen Leistungsvereinbarungen sollen laut Brinek die Basis für eine "fruchtbare Kooperation zwischen staatlichen Geldgebern und den universitären Vollzugsverantwortlichen sein". Dabei müsse man sich an internationalen Beispielen orientieren. Die neuen Universitätsräte würden ein Scharnier zwischen öffentlicher Verantwortung und universitärer Kompetenz bilden und nicht gegen den Willen und gegen das Wissen der Unis handeln können. (APA)

Hinsichtlich der künftigen Organisationsstrukturen will sich die VP-Abgeordnete weder am Modell der Ordinarien-Universität noch an den Gruppen-Unis der 70er Jahre orientieren. Universitäten heutigen Zuschnitts seien Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, die ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten organisatorisch und strukturell regeln müssten. Dazu gehöre auch, dass sie Personalentscheidungen autonom treffen können. Die universitäre Mitbestimmung habe dabei ihren sicheren Platz, wobei deren Qualität aber nicht an der zahlenmäßigen Zusammensetzung der Gremien gemessen werden könne.

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