"Eine Verlegung des Gipfels wäre Niederlage für die Regierung Berlusconi"

10. August 2001, 13:52
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Prodi insistiert auf Rom als Austragungsort des FAO-Gipfels

Rom - EU-Kommissionspräsident Romano Prodi ist der Ansicht, dass der im November geplante Gipfel der Weltnährungsorganisation FAO trotz der Sorge vor gewalttätigen Ausschreitungen in Rom stattfinden sollte. "Eine Verlegung des Gipfels wäre eine Niederlage für die Regierung Berlusconi. Die FAO hat in Rom ihr Hauptquartier. Wenn man aus Angst das Treffen in ein anderes Land verlegt, wird die italienische Regierung nie mehr die Organisation eines internationalen Gipfels beantragen können", betonte Prodi im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

"Die Angst vor Krawallen - wie bereits in Genua - rechtfertigt die Verlegung des Gipfels nicht. Die europäischen Regierungen teilen meine Ansicht. Wenn man eine Verpflichtung übernommen hat, kann man sich nicht zurückziehen", sagte Prodi. "Was in Genua passiert ist, ist keine nationale Notstandslage. Es hat sich um einen Protest gehandelt, den die Regierung nicht unter Kontrolle halten konnte. Wenn wir uns jetzt zurückziehen, wird Italien an Glaubwürdigkeit verlieren", meinte der EU-Kommissionspräsident.

Prodi, der in seiner Heimatstadt Reggio Emilia den Urlaub verbringt, vertrat die Ansicht, dass auch das Ende September geplante Außenministertreffen der NATO-Länder in Neapel stattfinden sollte. Für eine Verlegung dieses Gipfels hatte die Bürgermeisterin von Neapel, Rosa Russo Jervolino, plädiert. (APA)

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