"Es ist eine Frechheit..."

10. August 2001, 13:49
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Ein Zimmermann wurde beinahe zum Sargnagel für den GAK. Trainer Gregoritsch kritisierte die Überheblichkeit seiner Spieler

Torshavn/Färöer - Mit gesenkten Köpfen saßen die Grazer Kicker am Donnerstag Abend beim Bankett in Torshavn. Vier Tage nach der Gala gegen Rapid wurde der GAK auf den Färöer-Inseln für Überheblichkeit bestraft und von Freizeit-Kickern blamiert. "Es ist eine Frechheit, was geboten wurde. Inferior", ärgerte sich Sportdirektor Peter Svetits nach dem 2:2 im Hinspiel der UEFA-Cup-Qualifikation gegen HB Torshavn. Nach 0:2-Rückstand durch zwei Tore des 21-jährigen Zimmermanns Barour Mortansson bewahrte Benedict Akwuegbu mit seinem Doppelpack die Grazer vor der totalen Pleite.

Trainer Werner Gregoritsch nahm nur Akwuegbu und Kulovits von seiner Kritik aus. "Die anderen haben das Spiel auf die leichte Schulter genommen. Nach der Euphorie gegen Rapid haben sie schon geglaubt, sie sind Weltmeister, sie waren überheblich, die Konzentration hat gefehlt. Es war ein Schuss vor den Bug, der die Grenzen aufgezeigt hat. Jetzt wissen sie, dass sie keine Wunderkicker sind. Wir können nur mit Aggressivität und Einsatz zum Erfolg kommen", machte Gregoritsch seinem Ärger Luft.

Dass er einige Leistungsträger geschont hatte, ließ er weder als Ausrede noch als Zeichen der Überheblichkeit seinerseits gelten, sondern sei ausschließlich Selbstschutz vor den kommenden schweren Aufgaben gewesen. Die Spieler, die ihre Chance bekommen haben, hätten diese aber nicht genützt.

Und so gingen dem Mann auf der Bank wärend des Spiels unangenehme Gedanken durch den Kopf. "Nach dem 0:2 habe ich mich in Hickersberger (Färöer) und Prohaska (Spanien) hineindenken können", sagte Gregoritsch.

Regenerieren und abhaken ist nun beim GAK angesagt, der Aufstieg sollte im Rückspiel in zwei Wochen aber kein Problem sein. "Ich überlege, ob ich nicht im Rückspiel die selbe Mannschaft aufstelle, damit sie diese Schmach wett machen kann", so Gregoritsch. (APA)

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