Mayr-Melnhof plant Werksstilllegung

10. August 2001, 15:37
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In der Fabrik im schweizerischen Thal sind 115 Arbeitsplätze gefährdet

Wien/Thal - Der österreichische Faltschachtelkartonhersteller Mayr-Melnhof Karton AG (MM) könnte die Ende Juni in der Ostschweiz erworbene Kartonfabrik stilllegen. 115 Arbeitsplätze sind in dem früheren Familienbetrieb mit Sitz in Thal bei Sankt Gallen gefährdet. Es gebe Gespräche mit dem Betriebsrat, bestätigte MM-Sprecher Stephan Werba auf APA-Anfrage. Die betrieblichen Rahmenbedingungen ließen keine Rentabilität des eher kleinen Unternehmens mit 38.000 Tonnen Jahresproduktion zu.

Ehemalige Emil Christ AG

Mayr-Melnhof hat die Emil Christ AG erst am 25. Juni 2001 gekauft. In einer gestern an die Schweizer Medien ergangenen Mitteilung hieß es, nach einer umfassenden Analyse der langfristigen Perspektiven des Standorts Thal sei die MM-Gruppe zum Ergebnis gelangt, die nötigen Investitionen wären in Thal zu groß, um eine rentable Produktion zu gewährleisten. Die Überlegungen zu Synergien mit dem ebenfalls zur MM-Gruppe gehörenden Schweizer Kartonwerk Karton Deisswil AG in Stettlen bei Bern würden aufrecht bleiben, erklärt Werba.

Betriebsrat macht Vorschläge

Der Betriebsrat soll nun bis zum 20. August der Geschäftsleitung Vorschläge unterbreiten, wie Kündigungen verhindert oder deren Folgen gemildert werden können und wie ein möglicher Sozialplan ausgestaltet werden soll. Für einen Sozialplan und Härtefälle stünden Mittel bereit, hieß es weiter. MM-Generaldirektor Michael Gröller, betonte in einem Statement, das Werk sei angesichts der schweren Verluste, "dementsprechend konkursgefährdet" gewesen. Der Konkurs sei abgewendet worden, die Angestellten könnten mit einem großzügigen Sozialplan rechnen.

Schlechte Marktlage

Auch die derzeitige Marktsituation sei ein Grund für die Schließungsüberlegungen, so Werba. Mayr-Melnhof nütze den Sommer, "um sich auf die künftige Bedingung einzustellen". Für das zweite Quartal war im Mai angesichts der schwächeren Auftragslage eine in der Kartondivision ein merklicher Rückgang des Periodenergebnisses angekündigt worden. An diesem Ausblick werde festgehalten, so der MM-Sprecher.

ÖFVA-Ergebnis ins Minus abgerutscht

Die Österreichische Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung (ÖVFA) hat für die börsennotierte Mautner Markhof Nahrungs- und Genussmittel Beteiligungsaktiengesellschaft, Wien, einen Verlust je Aktie von 11,24 Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000 errechnet. Die Cash Earnings je Aktie wurden für das vergangene Jahr mit 2,65 Euro ermittelt. Beim Buchwert je Anteilsschein wurden 99,34 Euro ausgewiesen. (APA)

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