Die Wahl der MBA-Ausbildung

11. Februar 2002, 18:38
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Noch nie war das Angebot so vielfältig, doch nur die richtige Hochschule pusht die Karriere

Der Master of Business Administration (MBA) ist eine umfassende Ausbildung in General Management, die den Absolventen befähigt, allgemeine Unternehmensführungsaufgaben zu übernehmen.

Genauerer Prüfung sind MBA-Programme zu unterziehen, die "nur" eine Spezialisierung anbieten ("MBA in internationalem Marketing"). Solche Spezialisierungsprogramme müssen nicht zwangsläufig eine schlechte Ausbildung sein, nur MBA sollten sie sich nicht nennen. Eine kostengünstigere Variante sind in diesem Fall die von vielen Hochschulen angebotenen Aufbaustudiengänge.

Auf die Hochschule kommt es an

MBA ist nicht gleich MBA. Der Marktwert des Titels ist von der Hochschule abhängig, an der er absolviert wurde. Und jeder weiß: Je besser die Schule, desto höher das zu erwartende Gehalt. MBA-Abschlüsse von schlechten bzw. noch nicht so renommierten Schulen sind damit trotz der vielen Mühen und des Geldes, die sie kosten, so gut wie wertlos.

Ranking

In den Rankings des US-Wirtschaftsmagazins Business Weekund der Financial Times sind alle international maßgeblichen Hochschulen aufgelistet.

Die Wahl muss dabei nicht auf jene Schule fallen, die gerade auf Platz eins liegt. Wer sich auch Platz zwei, drei oder vier nicht leisten kann oder will, sollte wenigstens überprüfen, ob die in Betracht gezogene Hochschule es wenigstens unter die Top 50 oder Top 100 schafft.

Akkreditierung

Seriöse MBA-Anbieter streben danach, ihre Programme von einer unabhängigen Einrichtung prüfen und "akkreditieren" zu lassen. Diese Qualitätssiegel werden in Europa von der European Foundation for Management Development (EQUIS), und in den USA von der American Assembly of Collegiate Schools of Business (AACSB) verliehen.

MBA im Ausland

Die Zeiten, in denen nur u.s.-amerikanische Schulen einen guten MBA angeboten haben, sind vorbei. Europäische Schulen wie IMD, Insead oder die London Business School können heute schon mit den besten amerikanischen konkurrieren.

Die Frage "Europa oder Amerika?" hängt daher eher von Karriereentscheidungen nach der Ausbildung ab. Wer die Frage "Wo will ich hin?" mit den Vereinigten Staaten beantwortet, sollte die Programme der US-Schulen, die trotz aller Internationalität amerikalastig sind, in die nähere Wahl ziehen. Für all jene, die ihre berufliche Zukunft eher nach großen, europaweit operierenden Unternehmen ausrichten, eignet sich ein europäischer MBA.

Spezielle Interessen

Und wer sich beruflich aus privaten Gründen oder einfach aus Neigung in ein ganz bestimmtes europäisches Land begeben will, der ist auch mit den ersten Adressen in Frankreich (HEC, Essec), Italien (Bocconi) oder Spanien (Iese, Esade, Instituto de Empresa) gut beraten. Diese gehören zwar international nicht zu den allerersten Adressen, öffnen im jeweiligen Land aber Tür und Tor.

Alumni-Netzwerke

Zu den wesentlichen Vorteilen eines MBA gehören auch die Netzwerke der Ehemaligen (Alumni), die oft ihr Leben lang ihrer Schule (auch mit Spenden) verbunden bleiben. Diese geben auch Auskunft über das MBA-Studium an "ihrer" Schule. Schulen, die sich weigern, Kontakt zu Ehemaligen herzustellen, sind sofort von der Liste zu streichen.

Executive MBA

Neben dem ein- bis zweijährigen Präsenzstudium werden von viele Business Schools auch berufsbegleitende (Executive-)MBA angeboten. Ein solches Programm, das keinen direkten oder zumindest nur eingeschränkten Kontakt zu anderen Studenten bietet, ist nur als zweitbeste Lösung zu betrachten. Das interaktive Erarbeiten von Problemlösungen, das vor der Wissensvermittlung steht, kann so nicht optimal erfüllt werden. Auch nach der Ausbildung erfährt der Absolvent schnell, dass in punkto Bezahlung der Marktwert von Executive-MBA-Abschlüssen deutlich geringer eingeschätzt wird als der von "echten" MBAs. (red/Quelle: Christoph Mohr: "Die Kunst der MBA-Auswahl", DER STANDARD, Print-Ausgabe 14.7.2001)

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