Deutscher Ärzte-Präsident begrüßt Entscheidung

10. August 2001, 20:46
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Befürworter in Schranken verwiesen

Berlin - Der Präsident der deutschen Bundesärztekammer, Jörg Dietrich Hoppe, hat die Entscheidung von US-Präsident George W. Bush begrüßt, Forschungen an menschlichen Stammzellen nur begrenzt zu fördern. Damit würden die Befürworter "von Experimenten mit Menschen und an Menschen" in die Schranken verwiesen, sagte Hoppe am Freitagmorgen im DeutschlandRadio Berlin. Allerdings könnten Privatunternehmen in den USA weiterhin "sozusagen machen ..., was sie wollen"; sie bekämen nur keine staatliche Förderung mehr.

Hoppe sagte, in Deutschland würden Embryo-Stammzellen zu Forschungszwecken "im Moment" nicht gebraucht. "Die Forschung über die Verwendung der so genannten Erwachsenen-Stammzellen ist noch nicht abgeschlossen und die Ergebnisse, die daraus erwartet werden können, sind möglicherweise doch so positiv, dass wir embryonale Stammzellen überhaupt nicht brauchen." Er habe ethische Bedenken gegen die Behauptung, eine Forschung an embryonalen Stammzellen sei leichter als an erwachsenen Stammzellen. Es sei abzuwarten, ob die aus embryonalen Zellen gewonnenen Gewebezüchtungen zu Heilungszwecken überhaupt genutzt werden könnten. "Für Menschen, die das mal bekommen sollen, ist das Fremdgewebe, das möglicherweise wieder abgestoßen werden kann", sagte Hoppe. (APA/dpa)

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