Bush will nur begrenzte Stammzellen- Forschung staatlich fördern

10. August 2001, 06:42
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Ja zu Experimenten mit bestehenden Linien - Nein zu Forschung an neuen Zellen

Washington - US-Präsident George W. Bush will die Forschung an menschlichen Stammzellen nur in begrenztem Umfang staatlich unterstützen und genau kontrollieren. Das teilte Bush am Donnerstagabend in einer Fernsehrede aus einem Ranchhaus in seinem Heimatstaat Texas mit. Dieser Kompromiss, ein Rückschlag für die Anhänger umfassender wissenschaftliche Forschungen, war allgemein erwartet worden. Die Forschung an neuen Stammzellen soll nicht gefördert werden, jedoch Experimente mit bereits bestehenden Linien.

Bush sagte, er habe sich für die Förderung entschieden, weil diese gentechnische Forschung ein großes Potenzial für die Heilung chronischer Krankheiten beinhalte. Er werde aber die Förderung auf die Forschung nur an bereits existierenden Reihen embryonaler Stammzellen begrenzen. Das beschränke die Forschung auf Embryonen, die bereits zerstört seien.

Für "große Sorgfalt" entschieden

"Ich habe entschieden, dass wir mit großer Sorgfalt vorgehen müssen", sagte der Präsident. Er kündigte ein wissenschaftliches Beratergremium an, das die Entwicklung verfolgen soll. Die Entscheidung war von den Beratern des Präsidenten wie ein Staatsgeheimnis gehütet worden. Sie gilt nach Auffassung enger Berater und prominenter Parteifreunde als eine der politisch schwerwiegendsten des Republikaners, der während des Wahlkampfs im Jahr 2000 eine Finanzierung noch klar abgelehnt hatte.

Bush sagte, die Stammzellenforschung befinde sich auf "ethischen Minenfeldern" und es gebe weit verbreitete Meinungsverschiedenheiten darüber. Auf der einen Seite seien mit ihr große Hoffnungen verbunden, auf der anderen liege sie an der Grenze großer menschlicher Gefahren. Der nächste Schritt könne das Klonen von Menschen sein. Er lehne das strikt ab. "Selbst das nobelste Ziel rechtfertigt nicht jedes Mittel", sagte der Präsident. Er habe daher entschieden, nur die Forschung mit den bereits vorhandenen Stammzellenlinien zu fördern, wo die "Entscheidung über Leben und Tod bereits getroffen wurde". (APA/dpa/AP)

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