Schwere Kämpfe um Tetovo

10. August 2001, 07:52
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Albanische Extremisten wollen Stadt in ihre Gewalt bringen - Friedensvertrag gefährdet

Skopje - Anhaltende schwere Kämpfe um die von albanischen Rebellen bedrängte Stadt Tetovo haben die Friedensaussichten für Mazedonien Donnerstag Nacht und Freitag Früh verschlechtert. Mazedonische Regierungstruppen gingen mit Panzern und schwerer Artillerie gegen die Rebellenorganisation UCK vor. Ein Reporter des privaten Fernsehsenders A1-TV berichtete aus Tetovo, es seien schwere Explosionen und Kampflärm zu hören, der sich dem Stadtzentrum zu nähern scheine.

Friedensvertrag gefährdet

Die heftigen Kämpfe um die zweitgrößte Stadt Mazedoniens stellen die geplante Unterzeichnung des Friedensvertrags in Frage, auf die man sich am Mittwoch geeinigt hatte. Bei den Angriffen der separatistischen Extremisten kam am Donnerstag ein Polizist ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. Aus Kreisen der UCK verlautete, man wolle die gesamte Stadt bis zum Freitag in ihre Gewalt bringe. Ein UCK-Kommandeur erklärte am Donnerstagabend, man kontrolliere bereits die Hälfte der Stadt und habe die dortige Kaserne eingekesselt. Das mazedonische Fernsehen berichtete unterdessen, die Kämpfe seien auf die Umgebung der Stadt Gostivar, 20 Kilometer südlich von Tetovo, übergegriffen.

Der Armeesprecher Blagoja Markovski sprach von einigen der bisher schwersten Angriffe in der Region. Die Zivilbevölkerung suchte Schutz in Kellern. Bisher haben die albanischen Rebellen alle Aufrufe zur Beendigung der Gewalt ignoriert. Der EU-Gesandte Francois Leotard äußerte sich im Rundfunksender Europe-1 besorgt über eine Eskalation der Kämpfe, die den Friedensvertrag bedrohen könnten. Staatspräsident Boris Trajkovski rief die Bevölkerung dazu auf, keine Gewalt anzuwenden. (APA/AP)

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