"Kurzes Zeichen" gegen Temelín

9. August 2001, 21:26
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Freitags Grenzblockade in Gmünd geplant, aber noch nicht bewilligt

Gmünd/St. Pölten/Prag - Die geplante Blockade werde "ein kurzes Zeichen" sein, um "aufzuzeigen, dass der begangene Weg falsch ist": Gottfried Brandner von der "NÖ überparteilichen Plattform Stop Temelín" erwartet am Freitag "bis zu 100 Atomgegner" am Grenzübergang Gmünd.

Eine halbe Stunde lang, zwischen vier und halb fünf Uhr nachmittags, werde man Autos und Lkw am Passieren des Schlagbaumes zwischen Österreich und Tschechien hindern. Auch Plakate mit Temelín-kritischen Adressen an österreichische und tschechische Politiker sollen angebracht werden.

Neue "symbolische Handlungen" angesichts der, wie Radio Prag Donnerstag meldete, für kommende Woche ins Auge gefassten Wiederaufnahme eines Probebetriebs in dem umstrittenen Reaktor - eines Schrittes, der laut Niederösterreichs Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi (SP) eine "scharfe diplomatische Note" aus Österreich "überfällig" mache.

Eine Bewilligung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Gmünd für die zehnte Anti-Temelín-Blockade auf niederösterreichischem Boden steht laut Brandner derzeit noch aus. Doch: "Ich bin zuversichtlich, dass man sie uns erteilt." Zumal der freie Warenverkehr durch die Aktion nicht hintangehalten werde: Der nächste Grenzübergang in Neu-Nagelberg sei nur fünf Kilometer von Gmünd entfernt.

Kritik an den internationalen Protesten kam erneut vom Temelín-Betreiber, dem tschechischen Energiekonzern (CEZ). Hinter der Entscheidung des deutschen Energiekonzerns E.ON, keinen Strom von CEZ mehr zu importieren, stehe der Druck der deutschen Atomgegner, meinte ein CEZ-Pressesprecher am Mittwoch. (bri, APA, DER STANDARD Print-Ausgabe 10.August 2001)

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