Auch Hamas bekennt sich zu Bombenanschlag in Jerusalem

9. August 2001, 20:25
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Jubel in palästinensischen Lagern

Jerusalem/Nablus - Zu dem Selbstmordattentat in Jerusalem mit 18 Todesopfern und über 80 Verletzten hat sich am Donnerstagabend auch die extremistische Palästinenserorganisation Hamas bekannt. Die "Ezzedin el Kassam"-Brigade" veröffentlichte am Abend im Gazastreifen eine Erklärung, in der das Attentat als Vergeltung für die kürzliche Ermordung von vier Hamasführern durch die israelische Armee bezeichnet wird.

Zuvor hatte sich bereits die palästinensische Extremistenorganisation "Islamischer Heiliger Krieg" (Jihad) zu dem Bombenattentat bekannt.

In der Erklärung von Hamas heißt es wörtlich: "Die Brigade verspricht, dass die heiligen Aktionen...in Vergeltung für die Tötung von vier Hamas-Führern weitergehen werden, die in den letzten Wochen ermordet wurden. Der Widerstand wird weitergehen, bis der grausame (israelische Regierungschef Ariel) Sharon wünschen wird, die Erde hätte ihn verschlungen, bevor er diese Morde geplant hat."

Der Selbstmordattentäter wird von Hamas als der 23-jährige Ezzedin-El Masri aus Aqabeh bei Jenin im nördlichen Westjordanland identifiziert. Er wird auf einem Foto mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr und einem Koran in der Hand gezeigt.

Unter den Verletzten sind auch Mitglieder einer französischen Touristengruppe, die am Vortag aus Solidarität mit Israel in dem Nahostland eingetroffen sein soll.

Die Bewohner palästinensischer Flüchtlingslager im Libanon bejubelten den Selbstmordanschlag. In Ein el Hilweh, dem größten Lager, tanzten die Menschen und Frauen und Kinder boten Passanten Süßigkeiten und Saft an. In einem Lager am Rande der Hafenstadt Sidon feuerten Freischärler mehr als eine Stunde lang Maschinengewehrsalven in die Luft.

Der israelische Ministerpräsident Sharon, Verteidigungsminister Benjamin Ben Eliezer und andere führende Regierungsmitglieder erörterten nach dem Anschlag bei Tel Aviv die Lage. Sie gaben nach Abschluss der Beratungen keine Erklärung ab. Ein Regierungsvertreter sagte lediglich, die israelische Antwort auf den Selbstmordanschlag werde "adäquat und proportional" sein. (APA/dpa/AP)

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