Berlin: Umstrittenes Plakat für Holocaust-Mahnmal wurde abgehängt

10. August 2001, 13:59
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Spendenaktion wird mit neuem Plakat fortgesetzt

Berlin - Nach großem öffentlichem Druck ist am Freitag in Berlin das umstrittene Werbeplakat für das geplante Holocaust-Mahnmal in der deutschen Hauptstadt abgehängt worden. Drei Wochen lang war das Riesenbanner mit dem als Provokation gedachten Spruch "den holocaust hat es nie gegeben" an einer Hausfassade nahe dem Brandenburger Tor gehangen. Die Spendenaktion wird jetzt mit einem neuen Plakat fortgesetzt. Dessen Text lautet: "Zukunft braucht Erinnerung - Beteiligen Sie sich an der Errichtung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas."

Das alte Plakat trug vor dem Hintergrund einer idyllischen Bergseelandschaft das Zitat der so genannten Auschwitz-Lüge mit dem kleinen Zusatz: "Es gibt immer noch viele, die das behaupten. In 20 Jahren könnten es noch mehr sein. Spenden Sie deshalb für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas."

Auch Paul Spiegel kritisierte

Das Plakat war unter anderem vom Präsidenten des deutschen Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, kritisiert worden. Zehn Bürger erstatteten nach Angaben der Justizsenatsverwaltung gegen die Initiatoren der Werbekampagne um die Förderkreis-Vorsitzende Lea Rosh Anzeigen wegen Volksverhetzung, die nun geprüft würden. Mit der deutschland-weit laufenden Plakat-Aktion wollte der Förderkreis zur Errichtung eines Mahnmals für die ermordeten Juden Europas für Spenden für das Denkmal werben. Außerhalb Berlins seien die umstrittenen Plakate nur kurze Zeit zu sehen gewesen und bereits vor einigen Tagen abgehängt worden, sagte Rosh. (APA/dpa)

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