Baric macht sich Sorgen um Israel

9. August 2001, 17:49
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Die Lage sei problematisch, sagt der Teamchef - Am 7. Oktober geht es um die WM-Quali

Wien/Tel Aviv - "Die Israeli haben uns immer wieder Schwierigkeiten gemacht, wir ihnen nie. Jetzt ist es an der Zeit, auch einmal was zu sagen." Mit diesem Satz leitete ÖFB-Teamchef Otto Baric den zweiten Teil seiner gestrigen Kaderbekanntgabe ein. Baric plagen nicht unberechtigte Sorgen, das (voraussichtlich) entscheidende WM-Qualifikationsspiel in Israel (7. 10.) könnte angesichts der gefährlichen Lage dort "ein Problem" werden. Baric besuchte Anfang Juni das Match Israel - Spanien (1:1) in Tel Aviv.

Baric: "Ich war im Hotel der Spanier, vor dem Hotel haben Hunderte Männer aufgepasst. Wenige Tage vorher ist nicht weit von dort die Bombe in der Discothek explodiert. Das ist nicht angenehm." Und die Lage sei jetzt in Israel "viel schlimmer als vor zwei Monaten, jeden Tag vier, fünf Tote". Der ÖFB-Vorstand werde überlegen, ob das Match in Israel machbar sei. Nur der internationale Verband kann ein WM-Quali-Spiel verschieben, verlegen oder stornieren. ÖFB-Chef Beppo Mauhart: "Es ist noch viel zu früh, um die Entwicklung abzuschätzen." Baric: "In Belgrad war überhaupt keine Gefahr und ein Spiel nicht möglich. In Zagreb war keine Gefahr, und sie haben das Spiel abgesagt."

Die Botschaft Österreichs in Israel ließ verlauten, eine offizielle Stellungnahme zu Aussagen des Herrn Baric sei nicht möglich, auch sei es noch viel zu früh, über die Lage Anfang Oktober zu urteilen. Mit den europäischen Partnern stehe man in ständigem Kontakt und Austausch über die Situation. Jürgen Meindl, der stellvertretende Botschafter, wies dann darauf hin, dass in den vergangenen Monaten internationale Sportveranstaltungen in Israel stattfanden, wie etwa die Maccabiade vor rund vier Wochen, auch mit österreichischer Beteiligung. Allerdings sagten nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung Jedioth Achronoth bis zu zwei Drittel der ausländischen Teilnehmer ab. Zehn Minuten vor dem Telefonat explodierte in Jerusalem eine Bombe.

Israels Botschaft in Wien reagierte auf die Bitte um Stellungnahme nicht. (DER STANDARD-Printausgabe, Freitag, 10. August 2001, josko)

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