YLine: Zweifel an Zahlungsfähigkeit

9. August 2001, 17:43
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Kaufpreis für Softwarehaus IS4B erst zur Hälfte beglichen - YLine weißt Mutmaßungen scharf zurück

Wien - Das börsenotierte Wiener Softwareunternehmen YLine hat den Kaufpreis für das im April zu 80 Prozent übernommen Softwarehaus IS4B erst zur Hälfte beglichen. Von dem Kaufpreis in Höhe von 6 Mill. S (436.037 Euro) seien bisher erst 3 Mill. S bezahlt worden. Die restlichen 3 Mill. S für die mittlerweile in Konkurs befindliche IS4B habe YLine trotz der Androhung der klagsweisen Geltendmachung bis Mittwoch nicht bezahlt, berichtete der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Donnerstag in einer Presseinformation.

Der genaue Grund hierfür sei dem AKV nicht bekannt. Er könnte jedoch darin liegen, dass die mit dem Deal übernommene Crew von IS4B die Yline AG schon wieder verlassen habe und dass dadurch die ebenfalls akquirierten Software-Entwicklungen der IS4B für YLine "wertlos" geworden seien. "Man kann sich natürlich auch fragen, ob überhaupt bezahlt werden kann", meint der AKV.

"Zahlungsplan"

YLine wies die Mutmaßung des AKV scharf zurück. Der Kaufpreis für die in Konkurs befindliche IS4B sei nur deshalb noch nicht zur Gänze beglichen worden, weil ein mit dem IS4B-Masseverwalter ein vereinbarter Zahlungsplan die vollständige Zahlung erst später vorsehe, wenn noch Rechtsfragen geklärt seien. Eine Klagsandrohung - wie vom AKV behauptet - habe es nie gegeben, betonte YLine-Sprecher Willi Berner am Donnerstagabend. Die YLine sei "weiterhin ausfinanziert und hat keinen Kapitalbedarf". so Berner. Der Cash-Bestand betrage derzeit 40 Mill. S (2,91 Mill. Euro). Darüber hinaus habe die YLine weitere Aktienveranlagungen von einem Marktwert von 100 Mill. S.

57 Millionen Schilling Gläubigerforderungen

Im Konkursverfahren IS4B hat laut AKV unterdessen am Donnerstag beim Handelsgericht Wien die Prüfungstagsatzung stattgefunden. Bis heute haben 134 Gläubiger Forderungen in Höhe von rund 57 Mill. S angemeldet.

YLine hat laut AKV bei der Übernahme angekündigt, neben dem Kaufpreis auch den Zwangsausgleich zu finanzieren. "Ohne Zwangsausgleich gehen jedenfalls nicht nur die Aktionäre der Gemeinschuldnerin leer aus, sondern auch die 134 Gläubiger, die ihre Forderungen dann gänzlich wertberichtigen müssen", schreibt der Kreditorenverband. (APA)

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