Radon-Heilstollen- Therapie

9. August 2001, 15:56
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Wien - Nach Schätzungen ist etwa ein Promille der europäischen Bevölkerung von Morbus Bechterew betroffen. Es handelt sich dabei um eine schmerzhafte entzündliche Erkrankung des rheumatischen Formenkreises, die im Alter von 20 bis 35 Jahren erstmals auftritt. Oft bleiben die Symptome unerkannt, die Beschwerden werden sportlicher und beruflicher Belastung zugeschrieben. Eine am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentierte Studie der Universität Maastricht (Niederlande) bestätigte nun die positive Wirkung der im Kurzentrum Bad Hofgastein angebotenen Radon-Heilstollen-Therapie.

120 Personen wurden für die Untersuchung in drei Gruppen eingeteilt: Die erste führte eine dreiwöchige kurtherapeutische Maßnahme in Gastein unter Einschluss einer Radon-Thermalstollenbehandlung durch. Die zweite absolvierte die selbe Kur mit Saunaanwendung statt Stolleneinfahrt. Eine Kontrollgruppe beschränkte sich auf die wöchentliche Therapie der holländischen Bechterew-Vereinigung. Die Studie zeigte eine signifikante Verbesserung der Schmerzsituation und Lebensqualität bei den ersten beiden Gruppen gegenüber der dritten, berichtete Prof. Dr. Sjef van der Linden von der Uni Maastricht.

Bei jenen Patienten, die in Gastein behandelt wurden, war die Dauer der Verbesserung außerdem "wesentlich größer", so der Fachmann. "Es gibt keine Nebenwirkungen, der Betroffene braucht weniger Medikamente und geht weniger oft zum Arzt", unterstrich van der Linden. Bisher erholten sich rund 3.000 Patienten pro Jahr in Bad Hofgastein. Nun wurde das Angebot um die bei der Durchführung der Studie angewandte Therapie ergänzt. "Zum Einsatz kommen Walking, Gymnastik, Korrekturliegen, Wassergymnastik und Sport", erläuterte Dr. Wolfgang Foisner, Chefarzt am Kurzentrum. (APA)

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