Regeneration verletzter Nervenfasern im Zentralnervensystem gelungen

9. August 2001, 15:14
posten

Im Tierversuch wird nun Herstellbarkeit der Funktionen untersucht

Düsseldorf - Hoffnung für Querschnittsgelähmte: Wissenschaftlern der Universität Düsseldorf ist es im Tierversuch gelungen, verletzten Faserbahnen im Zentralnervensystem und im Rückenmark die Regeneration zu ermöglichen.

Wird eine Nervenfaser (Axon) durchtrennt, führt das normalerweise unweigerlich zum Untergang des abgetrennten Nervensegments. Dafür sind kollagenhaltige Basalmembranen verantwortlich, die sich in dem verletzten Gewebe - der Läsionsnarbe - ausbilden und damit eine undurchdringliche Barriere für nachwachsende Nervenfasern aufbauen. Sobald die Axone auf eine solche Basalmembran auftreffen, stellen sie ihr Regenerationswachstum ein.

Bildung der Basalmembranen unterdrückt

Im Tierversuch gelang es den Düsseldorfer Medizinern jedoch, pharmakologisch die Biosynthese der Kollagene und die Vermehrung der Fibroblasten im Hirn und im Rückenmark von Ratten zu hemmen und so die Bildung der Basalmembranen zu unterdrücken. Damit war der Weg für die nachwachsenden Axone frei, und zahlreiche Nervenfasern konnten den Läsionsbereich überwinden. Hatten die Wissenschaftler bei ihren Studien motorische Faserbahnen im Rückenmark der Ratten durchtrennt, wuchsen die verletzten Axone im Verlauf der Behandlung innerhalb von drei Wochen um etwa 1,5 Zentimeter.

Das so genannte RTP-Verfahren (Regeneration-Promoting-Treatment) haben die Forscher bereits zum internationalen Patent angemeldet. In Verhaltensstudien wird derzeit geprüft, in wie weit sich die Funktionen des verletzten Rückenmarks durch die Therapie wiederherstellen lassen. (pte)

  • Artikelbild
    foto: photodisc
Share if you care.