Lifestyle über alles

19. August 2001, 16:28
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Der Ton ist schon lange tot, der Stil macht die Musik. Der Kult um die "richtige" Art zu leben, verändert den Mainstream

Lifestyle s. Lebensstil; (Langenscheidts Handwörterbuch, Englisch, 5. Auflage, Berlin, München, Zürich, Wien, New York, 2000).

Unlängst feierte die englische Modezeitschrift ID (die mit dem Smiley) ihr 20jähriges Bestehen mit der Herausgabe eines Prachtbandes, der alles, was in den letzten zwei Dekaden in punkto Mode passiert ist, zwischen zwei Buchdeckeln vereint.

Neben den üblichen Szene/Fashion/Lifestylemagazinen, nahmen sich auch Nachrichtenmagazine, TV-Sendungen und Radioprogramm-Macher der Sache an. Aus der Präsentation des 600 Seiten starken Kompendiums wurde so ein Mega-Event, dessen Wirkung weit über die einst abgeschlossene Fashion-Community hinausreichte.

Im Jahre des Herrn 2001: Alles menschliche Dasein wird bestimmt von einer einzigen Frage: Der des Lebenstils. Zeitschriften scheffeln Millionen, indem sie ausgiebig über Mode, Design, Architektur, Essen berichten. Der Kult um den "richtigen" Stil lässt die Kreativen dieser Welt mehr denn je zu Popikonen werden. Die neuen Helden heissen dementsprechend nicht mehr Schwarzenegger, de Niro oder Julia Roberts, sondern Westwood, Tom Ford und Philippe Starck.

Lifestyle über alles. Und so einfach: Einmal im Monat Wallpaper, "Dutch", oder eben "ID" gekauft und schon kann man mitreden. "Demokratisierung des Luxus" nennen das manche. "Blödsinn", andere.

Tatsache ist, dass noch nie zuvor in der Geschichte dermaßen viele Menschen vom Kult um die richtige Art, sich anzuziehen, einzurichten und sich schön zu schminken, gelebt haben.

Conclusio: Lifestyle verändert den Mainstream - Und schafft Arbeitsplätze. Und das ist gut so. (josti)

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