Vossen will an die Börse

9. August 2001, 13:30
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Frottier-Hersteller sucht IPO-Partner - Konjunkturschwäche drückt Umsatz

Wien - Der Jennersdorfer Frottier-Hersteller Vossen könnte sich vorstellen, in 4 bis 5 Jahren an die Börse zu gehen. Bereits nächstes Jahr oder spätestens 2003 soll dafür ein Pre-IPO-Partner gefunden werden, der "schon vorzeitig bereit ist, Vossen Kapital zur Verfügung zu stellen und das Unternehmen bei den notwendigen Schritten zu begleiten", sagte Vorstandschef Georg Kühas heute, Donnerstag, vor Journalisten in Wien. Er sehe großes Entwicklungspotentzial mit der Marke. Im ersten Halbjahr stieg der Vossen-Umsatz wegen der flauen Konjunktur "nur" um 5 Prozent, bis zum Jahresende sollen dennoch ein Umsatzplus von 11 Prozent auf knapp 380 Mill. S (27 Mill. Euro) eingefahren werden sein.

Neuorganisation

Bis zum Ende des Jahres soll auch die Neuorganisation die Eigentümerstruktur der Vossen AG abgeschlossen sein. Im ersten Halbjahr hat die burgenländische Beteiligungsgesellschaft Wibag ihren Rückzug bei dem vor einigen Jahren schwer angeschlagenen Frottierhersteller fortgesetzt. Im Gegenzug hat die Hungarian Industrie Beteiligungs GmbH - an der Kühas beteiligt ist - ihren Anteil von knapp 48 auf rund 67 Prozent und die Linz Textil von 5,8 auf 12,5 Prozent erhöht. In einem nächsten Schritt soll sich die Wibag zunächst völlig zurückziehen und danach die Markenrechte, die in der Casa Vossen geparkt sind, als Sacheinlage einbringen. Damit würde die Wibag dann wieder 25 Prozent an Vossen halten, weitere 25 Prozent Linz Textil und 50 Prozent die Hungarian Industries.

Wegen des gebremsten Wachstums in den ersten Monaten 2001 wurde auch die Großinvestition von 100 Mill. S in eine neue Weberei auf nächstes Jahr verschoben.

Bis Jahresende soll der Umsatz dennoch um 11 Prozent auf 378 Mill. S steigen. Grund für den Optimismus ist nicht zuletzt ein Vertrag mit dem Moskauer Kaufhaus Gum und den deutschen Kaufhof-Häusern, die seit Anfang August beliefert werden. Erfreulich entwickle sich auch der britische Markt - wegen der Schwäche der dortigen Lokalmatadore - sowie das erst vor kurzem gestartete Geschäft im arabischen Raum.

Business-to-Business-Geschäft

Wachstum sei grundsätzlich nur im Export möglich, die Hauptmärkte Österreich und Deutschland seien rückläufig, so Kühas. Vossen punkte allerdings auch dort zunehmend im Business-to-Businesss-Geschäft, weil Unternehmen Frottier immer öfter als Werbeträger entdeckten. Der Anteil dieser Geschäftssparte stieg im 1. Halbjahr auf 30 Prozent (2000: 28 Prozent; 1999: 24 Prozent). Auch Wellness-Boom und Sportsponsoring seien dem Geschäft förderlich.

Das Ergebnis der Vossen AG wird heuer deutlich unter dem Rekordwert 2000 liegen. Der Betriebsgewinn wird voraussichtlich von 64,1 auf 36,3 Mill. S zurückgehen, der Gewinn nach Steuern von 38,7 auf 10 Mill. S. Kühas begründet dies einerseits mit dem Wegfall von Einmaleffekten (Lizenzverkauf), andererseits mit höheren Einkaufspreisen bei Baumwolle und Garn sowie dem gestiegenen Dollar. (APA)

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