Milliardenschwerer Kunstraub in Spanien

9. August 2001, 14:34
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Goya, Pisarro, Brueghel... - Vermutlich Auftrags-Coup

Madrid - Noch unbekannte Räuber haben aus dem Madrider Wohnhaus der spanischen Unternehmerin Esther Koplowitz, einer der reichsten Frauen der Welt, über 20 Kunstwerke erbeutet, deren Wert nach Presseberichten vom Donnerstag umgerechnet einige Milliarden Schilling betragen dürfte. Die Polizei vermutete, dass es sich bei den Tätern um Profis handelte, die im Auftrag Dritter handelten.

Es geht um 14 Gemälde und 6 andere Kunstwerke, darunter die Gemälde "Der Sturz des Esels" und "Die Schaukel" von Goya (1746-1828), "Gitarre auf einem Stuhl" von Gris (1887-1927), und "Die Versuchungen des Heiligen Antonius" von Breughel (1525-1569), sowie ein Gemälde des Impressionisten Pisarro. Allein die zwei Goya-Werke seien pro Stück bis zu umgerechnet 700 Millionen Schilling wert, schreibt die Zeitung "El Mundo".

Wenigstens drei Männer waren am Mittwoch vor Morgengrauen in die Villa der Unternehmerin eingedrungen. Sie schlugen einen Wachmann nieder und fesselten ihn. Anschließend setzten sie die Alarm-Anlagen außer Betrieb und trugen die Beute unbemerkt von den Nachbarn aus dem Haus. Die Ermittler gingen davon aus, dass die Einbrecher detaillierte Informationen über das Innere der Villa besaßen. Möglicherweise hätten sie im Auftrag von Kunsthändlern im Ausland - in den USA oder Japan - gehandelt.

Die 50-jährige Koplowitz hatte sich zum Zeitpunkt der Tat auf einer Reise nach Barcelona befunden. Die Familie kündigte die Aussetzung einer Belohnung für die Wiederbeschaffung der Kunstwerke an. Esther Koplowitz ist die Hauptaktionärin des größten spanischen Bau- und Versorgungskonzerns FCC (Fomento de Construcciones y Contratas). Die Tochter eines polnischen Juden, der vor den deutschen Nazis nach Spanien geflüchtet war, hatte das Unternehmen zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Alicia aufgebaut. Alicia zog sich 1998 aus der Firma zurück und verkaufte ihre Anteile. Das Vermögen von Esther Koplowitz wird von der spanischen Presse mit umgerechnet 17 Milliarden Schilling beziffert. (APA/dpa)

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