Content nur noch gegen Cash?

9. August 2001, 11:05
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CCC-Sprecher Müller-Maguhn: "Bezweifle, dass die Nutzer für Web-Inhalte bezahlen werden"

Geht es nach Thomas Holtrop, dem Chef von T-Online, ist die Gratis-Kultur im Internet am Ende. Content gegen Cash heißt jetzt die Devise. Im Gespräch mit der Telekommunikationszeitschrift "connect" warnt Andy Müller-Maguhn, der Sprecher des Chaos Computer Club, aber vor allzu hochgesteckten Erwartungen in die Zahlungsbereitschaft der Nutzer: "Ich bezweifle, dass ein Großteil der Nutzer bereit sein wird, für Web-Inhalte Geld auszugeben. Im kommerziellen Bereich ist das denkbar, im Bereich privater Nutzer eher nicht." Wie Müller-Maguhn weiter ausführt, ist die Zahlungsbereitschaft der User aber nicht die einzige unbekannte Größe in der Web-Economy. Seiner Ansicht nach könnten sich zu kostenpflichtigen Inhalten "ganz schnell Gratis-Konkurrenten etablieren".

Noch unklar ist außerdem, wie die Abrechung der Web-Inhalte abgewickelt werden soll. Zur Zeit kämpfen drei Modelle um die Vorherrschaft im Netz: Firstgate bietet ein Bezahlsystem für Kleinbeträge. Der Kunde meldet sich unter Angabe seiner Kontoverbindung an und erhält eine persönliche PIN. Bei den späteren Bezahlvorgängen muss nur noch das Passwort eingegeben werden. Abgerechnet wird am Monatsende. Bei Net900 muss sich der Surfer zwar auch anmelden und eine Sicherheitssoftware herunterladen, abgerechnet wird aber über die Telefonrechnung der Deutschen Telekom. User, die Adori Nano Payment nutzen wolen, benötigen zur Bezahlung von Web-Inhalten nur das Telefon. Ist der gewünschte Content ausgewählt, genügt ein Anruf bei einer kostenpflichtigen Rufnummer und die Inhalte werden freigeschaltet. Die Abrechnung erfolgt hier ebenfalls über die Telefonrechnung.

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