Vielfach ausgezeichneter Forscher und Chirurg ist gestorben

9. August 2001, 10:34
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Walter Messerklinger leistete Pionierarbeit

Graz - Sein Ruf als exzellenter Chirurg reichte bis ins jordanische Königshaus: Noch 1995 ließ sich König Hussein von Jordanien von Walter Messerklinger operieren. Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist der Grazer Hals-Nasen-Ohren-Spezialist am 5. August im 82. Lebensjahr verstorben.

Der langjährige Leiter der Grazer Uniklinik (von 1959 bis 1990) hat sich insbesondere in der Entwicklung der endoskopischen Diagnostik und Operation von Nasennebenhöhlenerkrankungen und Prozessen an der vorderen Schädelbasis besondere Verdienste erworben.

Durch den Einsatz der minimal invasiven Techniken hat Messerklinger die Entwicklung der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie in Österreich mitgeprägt: Rund zwei Jahrzehnte bevor diese Techniken auch von anderen Fächern aufgegriffen wurden, hat Messerklinger in der Grazer Universitätsklinik den Grundstein zu einem völligen Wandel der bis dahin geübten radikalen Chirurgie gelegt.

Pionierarbeit

Durch die von Messerklinger entwickelte Methode werden größere Eingriffe vermieden, der Patient bleibt schmerzfrei und kann die Klinik schneller wieder verlassen. Pionierarbeit leistete Messerklinger auch auf dem Gebiet der Behandlung von Luftröhrenverengungen und von Schädelbrüchen.

Messerklingers Leistungen als Forscher - er veröffentliche rund 100 wissenschaftliche Abhandlungen - und als Chirurg wurden mit hohen internationalen Preisen ausgezeichnet und durch die Berufung in internationale wissenschaftliche Gesellschaften anerkannt. 1977 verlieh ihm die Universität von Lubin (Polen) die Würde eines Ehrendoktors. Das Land Steiermark hat ihm 1997 den Ehrenring des Landes zuerkannt.

Messerklinger wurde in Ostermiething (OÖ) geboren, besuchte das Benediktinergymnasium in Kremsmünster und legte 1938 die Reifeprüfung ab. 1943 wurde er in Wien zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert und bekam 1951 an der Grazer HNO-Klinik die Venia docendi. 1959 wurde er zu deren Klinikvorstand ernannt und leitete sie mehr als 30 Jahre. Bereits Anfang der 60er Jahre entwickelte Messerklinger die endoskopische Technik zur Diagnostik und Operationen bei Erkrankungen der Nase, der Nebenhöhlen und der Schädelbasis. (APA)

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