Adams warnt London vor Suspendierung der nordirischen Regierung

10. August 2001, 11:13
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Gefahr für Vertrauen in Karfreitagsabkommen

Belfast - Der Chef der IRA-nahen Partei Sinn-Fein, Gerry Adams, hat London vor einer Suspendierung der nordirischen Regionalregierung gewarnt. Eine Suspendierung von Regierung und Parlament in Nordirland werde das Vertrauen in das Karfreitag-Friedensabkommen erschüttern, warnte Adams am Donnerstag nach einem Treffen mit dem britischen Nordirlandminister John Reid in Belfast.

Zuvor hatten die protestantischen Unionisten einen neuerlichen Vorschlag der Untergrundorganisation IRA zur Entwaffnung abgelehnt. Protestantenführer David Trimble kritisierte, dass die IRA nach wie vor keinen Zeitpunkt für den Beginn ihrer Waffenabgabe nenne. Trimbles Ulster Unionist Party (UUP) bezeichnete die Vorschläge der IRA ebenfalls als "unzureichend".

Trimble war am 1. Juli als Erster Minister der nordirischen Provinzregierung zurückgetreten, weil sich bei der Entwaffnung der IRA keine Fortschritte abzeichneten. Am Dienstag dann hatten die Protestanten dem Friedensplan der Regierungen in London und Dublin eine Absage erteilt. Sollte bis zum 12. August keine Einigung erreicht werden, muss London entweder Neuwahlen ausrufen oder Regionalparlament und -regierung suspendieren und die Provinz wieder unter britische Direktverwaltung stellen. (APA)

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